Leipzig (dpa) l Das gemeinsame Abhörzentrum der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg nimmt Gestalt an. Am Mittwoch soll der Aufbaustab am Sitz des Zentrums in Leipzig offiziell seine Arbeit aufnehmen. Dazu wurden auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei Büroräume eingerichtet, wie das sächsische Innenministerium mitteilte. In den nächsten Monaten soll die Technik beschafft und das Rechenzentrum eingerichtet werden. Wann das Gemeinsame Kompetenz- und Dienstleistungszentrum (GKDZ) tatsächlich an den Start geht, ist noch offen.

In dem Abhörzentrum soll die polizeiliche Kommunikationsüberwachung der fünf Länder gebündelt werden. Dabei geht es um schwere Verbrechen wie Terrorismus, Mord, Vergewaltigung, Kinderpornografie oder organisierte Kriminalität. Durch die Kooperation erhoffen sich die beteiligten Länder eine effizientere Aufklärungsarbeit.

Für die Ermittlungen in konkreten Fällen sind weiter die einzelnen Landeskriminalämter zuständig. Sie kümmern sich um die Vorbereitung und besorgen auch den richterlichen Beschluss, wie Sachsen-Anhalts Innenstaatssekretärin Tamara Zieschang erläuterte. In Leipzig werde dann nur noch die technische Umsetzung realisiert. Der Vorteil sei, dass die Technik nur einmal beschafft werden müsse und nicht fünfmal. Das Gleiche gelte auch für das Personal, die Updates und die Wartung der Systeme. "Das ist die Ersparnis", sagte Zieschang.