Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalts Sozialministerium kann sich einen eigenen Missbrauchsbeauftragten für das Land nach dem Vorbild des Bundes vorstellen. Eine solche Interessensvertretung auf Landesebene sei wünschenswert, teilte das Ressort von Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) auf Anfrage mit. Die Diskussion zu dieser sensiblen Thematik sei in der Koalition von CDU, SPD und Grünen aber noch nicht abgeschlossen, hieß es.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes Wilhelm Rörig, hatte die Länder kürzlich aufgefordert, eigene Beauftragte zu installieren. Bislang läuft aus seiner Sicht auf Landesebene vieles noch sehr unkoordiniert. Rörig ist seit 2011 unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Sachsen-Anhalts Sozialministerium lobte sein Engagement: "Rörig rüttelt wach, bleibt hartnäckig dran, legt den Finger in die Wunde."

Unabhängig von der Frage, ob auch Sachsen-Anhalt einen eigenen Missbrauchsbeauftragten einsetze, habe das Land viel getan. Es gehe vor allem um die Schulung von Fachkräften – nicht nur in der Kinder und Jugendhilfe. "Egal ob Kita-Erzieherin, Mathelehrer, Kinderärztin, Übungsleiter im Sport oder Chorleiterin – niemand darf sich unsicher fühlen, wenn ein Kind oder Jugendlicher von einem sexuellen Übergriff berichtet und Hilfe sucht", teilte das Ministerium weiter mit. Im Juni soll es zu dem Thema eine Fachkonferenz geben. Dazu habe man auch den Bundesbeauftragten Rörig eingeladen.