Magdeburg l In Sachsen-Anhalts Krankenhäusern hat sich zwischen 2006 und 2017 ein Investitionsbedarf von 1,5 Milliarden Euro angestaut. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung Halle (ISW) im Auftrag der Landeskrankenhausgesellschaft hervor.

Lücke um 500 Millionen Euro gewachsen

Im Vergleich zu einer 2015 vorgelegten Analyse wuchs die Investitionslücke laut Krankenhausgesellschaft noch einmal um 565 Millionen Euro an. Grund ist auch das Auslaufen eines Sonderprogrammes Ost, mit dem seit Anfang der 1990er Jahre mehr als 500 Millionen Euro Investitionen in die Kliniken des Landes gestemmt worden waren.

Pauschalfördermittel, die die Kliniken vom Land erhalten, reichten längst nicht, sagte etwa Guido Lenz, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Magdeburg der Volksstimme. So benötige sein Haus mit 800 Betten und 1500 Mitarbeiten jährlich eigentlich sieben bis acht Millionen Euro für Gebäude und Geräte. Tatsächlich bekomme das Haus aber nur rund drei Millionen Euro.

Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Gösta Heelemann sagte: "Wir erwarten im Doppelhaushalt 2020/21 eine angemessene Berücksichtigung von Investititionsmitteln für die Kliniken des Landes."

SPD-Haushaltsexperte Andreas Schmidt erklärte: Einen Teil des Bedarfs werde das Land abarbeiten können. Mit der Gesamtaufgabe sei der Haushalt aber überfordert. "Um das Boot flott zu machen, muss der Bund die Krankenhausfinanzierung auf neue Füße stellen."

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