Magdeburg l In der Debatte um den Abschuss von Wölfen hat das von Julia Klöckner (CDU) geleitete Bundeslandwirtschaftsministerium das von Svenja Schulze (SPD) geführte Umweltressort angegriffen. Michael Stübgen (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Agrarressort, sagte dem „Handelsblatt“: „Wir müssen dringend auffällige Wölfe und auch Rudel, die regelmäßig Weidetiere reißen oder sich Siedlungen nähern, entnehmen.“

Wölfe dürften rechtlich erst dann geschossen werden, wenn ihr „Erhaltungszustand“ günstig wäre. Für das Umweltministerium sei diese Grenze bei 1000 ausgewachsenen Wölfen erreicht, so Stübgen. Das halte das Landwirtschaftsministerium für falsch. Wie viele Wölfe es in Deutschland gibt, ist nicht genau bekannt. Die Angaben schwanken von mehreren hundert Tieren bis zu mehr als 1000 Wölfen.

Wie der MDR berichtete, deute ein Angriff auf eine Schafherde in Dessau auf ein neues Wolfsrudel hin. Dem widersprach das Umweltministerium Sachsen-Anhalts. Bei der genetischen Analyse habe sich der betreffende Wolf keinem Rudel zuordnen lassen, hieß es. Ministerin Claudia Dalbert (Grüne) wandte sich gegen vermehrte Abschüsse: „Die Deutsch-Westpolnische Population befindet sich derzeit nicht in einem günstigen Erhaltungszustand entsprechend Natura 2000. Vielmehr steht im Fokus unseres Handelns der Herdenschutz.“ Im Land wurden bisher 95 Wölfe in 13 Territorien nachgewiesen.

Der Kommentar "Begrenzung ist vernünftig" zum Thema.