Sülzetal/Sangerhausen (dpa) l Der Landesjagdverband empfiehlt angesichts von viel Schnee und anhaltender Kälte kurzfristig den Notstand laut Landesjagdgesetz auszurufen. "Das Wild kann in der aktuellen Situation nicht genügend Nahrung finden. Wir müssen daher zum Teil zufüttern und dürfen das Wild nicht unnötig beunruhigen", erklärte Dietmar Specht, Präsident des Landesjagdverbandes, in Sülzetal (Landkreis Börde). Notwendig dafür sei die Ausrufung einer Notzeit durch die jeweilige Jagdbehörde in den Landkreisen.

Im Landkreis Mansfeld-Südharz ist dies bereits geschehen, wie eine Sprecherin mitteilte. Das bedeute, dass Eigentümer und Pächter von Jagdbezirken Futterstellen für Wild in Wald und Flur einrichten können. Teilweise liege eine dicke Schneedecke in den Wäldern, etwa im Harz.

Die Feststellung der sogenannten Notzeit gemäß dem Landesjagdgesetz erfolge im Einvernehmen mit dem Kreisjägermeister und dem Jagdbeirat, erklärte die Sprecherin des Landkreises. Gefüttert werden darf den Angaben nach mit Heu, Grassilage, heimischen Baumfrüchten und Hackfrüchten wie Rüben oder Kartoffeln – jedoch nicht von Jedermann. Der Landesjagdverband empfiehlt bei Wanderungen auf den Wegen zu bleiben, Hunde angeleint zu lassen und großzügig Abstand zu Wildtieren zu halten. Zu dem Verband gehören nach eigenen Angaben in Sachsen-Anhalt 39 Jägerschaften mit 8600 Mitgliedern.