Magdeburg l Neues Jahr, neuer MDK-Chef in Sachsen-Anhalt: Im Rahmen eines Neujahrsempfangs gestern im Gesellschaftshaus in Magdeburg stellte sich Jens Hennicke als neuer Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen vor. Der 47-Jährige, zuvor über 20 Jahre Landeschef der Techniker-Krankenkasse, tritt die Nachfolge von Ilka Malek an, die ein halbes Jahr interimsmäßig die Geschäfte führte. Der Chefposten beim MDK war vakant geworden, nachdem Volker Rehboldt seinen im Juli 2018 regulär auslaufenden Sechs-Jahres-Vertrag nicht verlängert hatte.

Hans-Jürgen Müller, Vorsitzender des Verwaltungsrates, sprach von einer „nicht ganz einfachen Neubesetzung“. Dennoch habe sich der Verwaltungsrat unter sechs Kandidaten am Ende einstimmig für Hennicke entschieden und man spreche ihm „das volle Vertrauen“ aus.

Diskussionen über Entscheidung

Im Vorfeld sorgte die Entscheidung für Diskussionen. Kritiker prangerten Hennickes „Nähe“ zur Krankenkasse an und fürchteten um die Unabhängigkeit des MDK. Bereits zuvor hatte sich Widerstand geregt, als durchsickerte, dass sich Ex-Wirtschaftsminister Jörg Felgner (SPD) um den mit 130 000 Euro im Jahr gut dotierten Job beworben hatte. Es gab Zweifel an seiner Qualifikation.

Indes bedachte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) seinen Parteikollegen, der gleichzeitig als Vorsitzender des Fachausschusses Gesundheit, Pflege und Verbraucherschutz der Landes-CDU fungiert, mit viel Lob. Er kenne Hennicke gut und schätze ihn als „fairen Teamplayer“ und Mann der klaren Ansagen. Dass er als „Ex-Krankenkassenvertreter“ Erfahrungen im Gesundheitssektor mitbringe, könne von Vorteil sein: „Die Strukturen und die Stärken, aber auch die Schwächen zu kennen – das sehe ich als absolute Chance“, so Haseloff.

Hennicke, gelernter Sozialversicherungsfachangestellter, Hobby-Jäger und Handball-Fan, bedankte sich. Er setze alles daran, den Vorschusslorbeeren gerecht zu werden: „Ich gehe mit Respekt und Enthusiasmus an die Aufgabe, den MDK zu einem modernen, effizienten und zukunftsfesten Dienstleister mitzugestalten.“