Wie bist du zur Politik gekommen?
Lennart Birth
: Zum einen komme ich aus einem Elternhaus, bei dem Diskussionen über aktuelle Themen, aber auch Nachrichten- und Satiresendungen im Fernsehen zum Alltag dazugehören. Zum anderen habe ich mich in der Schule schon immer für die Gesellschaftswissenschaften, also beispielsweise Geschichte und Sozialkunde, begeistern können. Mein politisches Interesse hat sich immer weiter ausgeprägt. Mittlerweile habe ich den Wunsch, nach dem Abitur Politikwissenschaften zu studieren.

Warum hast du dich für die SPD entschieden?
Schon letztes Jahr reifte bei mir die Idee, in eine Partei einzutreten, um mich sozial zu engagieren, mich politisch zu bilden, aber auch, um neue Leute kennenzulernen. Letztendlich war es dann ein Freund, der nach der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten Anfang 2017 vorgeschlagen hat, man könne doch gemeinsam in die SPD eintreten, was wir dann auch gemacht haben. Dass ich mich für die Sozialdemokraten entschieden habe, liegt vor allem daran, dass mir Themen wie faire Bezahlung, gute Bildung und eine enge Kooperation auf europäischer Ebene wichtig sind und ich sozialdemokratische Grundwerte teile. Mit keiner der anderen Parteien habe ich so viele Schnittmengen  wie mit der SPD. Dennoch sehe ich auch bei der SPD Verbesserungspotenzial, so zum Beispiel bei der Ämtervergabe, wo junge Menschen häufig zu kurz kommen.

Was willst du politisch erreichen?
Meine ersten Monate in der SPD habe ich mich vor allem im Ortsverein Oschersleben und bei den Jusos Börde engagiert. In unserem Ortsverein habe ich in erster Linie an den Sitzungen teilgenommen. So bin ich in Sachen Kommunalpolitik immer auf dem neuesten Stand. Außerdem waren die letzten Sommermonate natürlich vom Wahlkampf dominiert. Ich habe beim Verteilen von Plakaten und Flyern geholfen und Wahlkampfveranstaltungen besucht. Bei den Jusos durfte ich als Delegierter im Sommer an der Landesdelegiertenkonferenz in Halle teilnehmen, wo Vertreter aller Kreisverbände aus Sachsen-Anhalt an einem Wochenende über ihre Ziele gesprochen haben. Gemeinsam haben wir über Anträge zu verschiedenen Themen abgestimmt und so unsere politischen Wünsche geäußert. Das Schöne bei den Jusos ist, dass man auch ganz entspannte und ungezwungene Treffen besuchen kann. Manchmal verabreden wir uns privat, sprechen über Themen, die uns interessieren, grillen und trinken ein Bier zusammen.

Wie kann man mehr Jugendliche für Politik interessieren?
Ich sehe vor allem die Schulen in der Pflicht, den Jugendlichen die Politik näherzubringen. Ein modernerer Sozialkundeunterricht mit mehr Aktualitätsbezug könnte da schon Wunder wirken, denn zurzeit kommt dieses wichtige Fach für mein Empfinden zu kurz. Auch Parteien und staatliche Organisationen können durch Bildungs- und Partizipationsangebote die Politik für junge Menschen interessanter machen – ich denke da an besser geförderte Exkursionen, zum Beispiel nach Berlin oder Brüssel, oder auch an Diskussionsrunden mit Politikern und Jugendlichen an den Schulen zu Themen wie Europa oder Zukunftschancen. Soziale Medien können außerdem helfen, Jugendliche für Politik zu interessieren.

Wie können sich Jugendliche bei euch engagieren?
Das geht ganz einfach. Wer möchte, kann an unseren Juso-Sitzungen im Bördekreis teilnehmen oder uns im Internet (info@jusos-boerde.de) kontaktieren. Wir freuen uns sehr über neue Gesichter.

Sollten Jugendliche ab 16 Jahren wählen dürfen?
Auf jeden Fall. Wir haben ja schon darüber gesprochen, wie man Jugendliche für Politik begeistern kann, und das Wahlalter zu senken, würde dabei einen großen Anteil leisten. Die diesjährige Juniorwahl und Wahlparty an meiner Schule wurden beispielsweise sehr gut angenommen.

Welche Rolle spielen Medien für deine politische Arbeit?
Für mich gehören Tages- und Wochenzeitungen wie die Volksstimme oder „Die Zeit“ zur Information genauso dazu wie Apps und das Fernsehen. Die Spiegel-Online-App ist mein Lieblingsmedium für Bundespolitik und internationale Angelegenheiten.