Sachsen-Anhalt und seine Kampagnen: Erst die peinliche Frühaufsteher-Aktion, nun das Tauziehen um die Feuerwehr-Offensive. Beides mal eben in einen Topf zu werfen, wäre jedoch falsch. Bei letzterer geht es darum, die akuten Nachwuchsprobleme der freiwilligen Wehren zu thematisieren, um Mitglieder zu werben. Dass die Macher dabei auf jugendlichen Slang und spritzige Wortspiele setzen, ist mit Blick auf die Zielgruppe weder überraschend noch falsch: Geht es doch - plakativ formuliert - darum, den Fisch zu angeln, und nicht den Angler. Wobei gerade dieses Ansinnen die Gefahr birgt, Grenzbereiche zu tangieren und auch mal übers Ziel hinaus zu schießen.

Deshalb müssen substanzielle Vorschläge und Kritik möglich sein. Die Plattform, auf der Innenminister und Feuerwehrchefs jetzt Differenzen ausdiskutiert haben und - ebenso plakativ formuliert - die Friedenspfeife geraucht haben, ist die richtige. Miteinander den  fairen, zielorientierten Dialog zu führen, ist in solchen Fällen immer das Gebot der Stunde. Nur so sind im Sinne der Sache Lösungen möglich. Völlig falsch war es hingegen, die an der Aktion beteiligten Macher sogar persönlich zu attackieren. Das ist unsauber, – im Slang der Wehren – schlicht unkameradschaftlich und damit inakzeptabel.