Magdeburg (dpa) l Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat vor einer sozialen Spaltung Europas gewarnt und sich für mehr Gerechtigkeit stark gemacht. "Wir treten ein für ein soziales Europa", heißt es in einem am Montag auf der EKD-Jahrestagung in Magdeburg vorgelegten Grundsatzpapier. Es könne auf Dauer nicht gut gehen, wenn die Solidarität einzelnen Staaten oder Branchen zugutekomme, die Risiken aber vergemeinschaftet würden. "Die Prinzipien von Solidarität und Subsidiarität müssen wieder in ein Gleichgewicht gebracht werden."

Während die Nachkriegsgeneration mit Europa die Hoffnung auf Frieden und wirtschaftlichen Aufschwung verbunden habe, stehe Europa in Zeiten der Globalisierung für viele für eine Zukunft, in der einige wenige immer reicher würden, während große Teile der Bevölkerung hoffnungslos abgehängt seien.

Die EKD, die Europa zu einem Schwerpunkt ihrer Synode gemacht hat, forderte auch mehr Einsatz der EU für soziale Gerechtigkeit weltweit. "Wir nehmen wahr, dass Europa seine politischen, demokratischen, wirtschaftlichen und sozialen Potenziale außerhalb der Grenzen des eigenen Kontinents bei weitem nicht in dem Maße nutzt, wie es möglich wäre, um die globale soziale Ungerechtigkeit zu verringern", kritisiert das Kirchenpapier.

Eine klare Absage erteilte das Kirchenparlament Ausgrenzung, Extremismus und Fremdenhass in Europa. "Wir beziehen klar Position gegenüber populistischer Angstmache und rechter Hetze." Zu dem notwendigen öffentlichen Diskurs über gemeinsame Ziele in Europa müsse die Auseinandersetzung mit denjenigen gehören, die sich gegen die europäische Integration wenden und für eine Abschottungspolitik plädieren.

Die EKD-Synode, das Kirchenparlament, tagt noch bis Mittwoch. Als Dachorganisation vertritt die EKD die rund 22,3 Millionen evangelischen Christen in Deutschland.