Energiekostenschuldner hat offenbar einen Käufer gefunden

Klamme Firma will Häuser in Burg loswerden

Von Oliver Schlicht

Burg. Seit einer Woche liefern sich die Stadtwerke Burg (SWB) und die Immobilienfirma MAAK eine Auseinandersetzung um nicht bezahlte Energierechnungen in Höhe von 140000 Euro. Im Hintergrund versucht MAAK offenbar schon länger, die Häuser zu verkaufen - ein Kaufinteressent wurde schon gefunden.

Wie das Burger Grundbuchamt beim Amtsgericht der Stadt auf Nachfrage informierte, wurden am Dienstag dieser Woche Vormerkungen über den bevorstehenden Verkauf mehrerer Häuser vorgenommen. Eine Vormerkung ist eine Reservierung, eine Vorstufe der eigentlichen Eigentumsumschreibung. Diese Eintragungen betreffen alle Hauseingänge, die im Zuge des Schuldenstreits mehrere Tage nur vermindert mit Fernwärme versorgt wurden. Konkret sind das die Nummern 57 bis 63, 9 bis 15 und 16 bis 19 in der Martin-Luther-Straße.

Bereits für den 15. März ist im Grundbuchamt eine Bewilligung beim Notar aktenkundig. Das heißt, Verkäufer und Käufer waren sich weitgehend handlungseinig. Einen Antrag auf Eigentumsumschreibung gibt es bislang noch nicht.

Käufer ist in allen Fällen Ulrich Niggemeyer aus Dortmund. Der Geschäftsmann arbeitet als Immobilienfonds-Manager und Unternehmensberater. Niggemeyer wollte sich gestern telefonisch nicht zum Kauf der Immobilien äußern. Er hat aber für heute in Aussicht gestellt, schriftlich eingereichte Fragen der Redaktion zu beantworten.

Hans-Peter Bruckert, Geschäftsführer des Hauseigentümers MAAK, hatte gegenüber der Volksstimme in den vergangenen Tagen mehrfach Gesprächsbereitschaft erklärt. Zu einem Treffen kam es aber nicht. Angesprochen auf den bevorstehenden Verkauf der Häuser, äußerte er sich zurückhaltend. Die Auseinandersetzung mit den Stadtwerken und ein möglicher Verkauf hätten nichts miteinander zu tun.

Annette Meyer, Prokuristin der Stadtwerke, erfuhr von der Volksstimme von den Verkaufsbemühungen. Das Prozedere sei sehr fragwürdig. "Welchen Grund hat ein Verkauf in dieser Situation?", fragt sie sich.

14000 Euro habe MAAK in dieser Woche als Vorauszahlung für die Energiekosten im Monat April bezahlt. Die 140000 Euro Gesamtschulden seien seit 2011 aufgelaufen. Rechnungen wurden zunächst nur sporadisch bezahlt. Meyer: "Seit Juli 2012 haben wir keinen Cent mehr bekommen." MAAK und die Stadtwerke hatten 2010 einen bis 2015 befristeten Vertrag über Wärmelieferung geschlossen. Die Lieferpreise waren darin fest vereinbart, so die Prokuristin.