Halle/Magdeburg (dpa/sa) l Fahrkarten-, Geld- und Zigarettenautomaten sind 2018 in Sachsen-Anhalt wieder häufiger Ziel von Anschlägen geworden. Bis Mitte Dezember verzeichnete das Landeskriminalamt (LKA) rund 330 Fälle. Damit ist fast wieder das hohe Niveau des Jahres 2015 erreicht. Damals hatte es im kompletten Jahr 373 Beschädigungen gegeben. In den Folgejahren gingen die Fallzahlen auf 319 und 235 zurück.

Die Täter setzen demnach nun vor allem auf die zerstörende Wirkung von Sprengungen, um an das Geld zu kommen. Während in diesem Jahr bis zum 11. Dezember landesweit 118 Automaten aufgebrochen, aufgehebelt, aufgeflext oder aufgebohrt wurden, zählten die Ermittler 152 Automatensprengungen. Im Vorjahr waren es 119 gewesen, im Jahr 2016 genau 160.

In diesem Jahr wurden bis zum Stichtag elf Geldautomaten gesprengt. Zwischen 2015 und 2017 waren jeweils nur zwischen zwei und sieben derartiger Fälle registriert worden. Höher war die Zahl allein im Jahr 2014, als 15 Geldautomaten in die Luft flogen.

2012 waren es nur drei Automaten

Einen deutlichen Anstieg von Sprengungen zeigt die LKA-Statistik auch bei den Fahrkartenautomaten. 33 Fälle gab es bis Mitte Dezember. 2012 waren nur drei gewesen. Besonders stark stieg die Zahl von 2014 (9) auf 2015 (20). Im vergangenen Jahr waren 18 Fahrkartenautomaten in Sachsen-Anhalt gesprengt worden.

Häufigstes Ziel solcher Sprengungen sind allerdings Zigarettenautomaten. In diesem Jahr summierte sich die Zahl der Fälle bis Mitte Dezember auf 108, im Vorjahr waren es 99. Die meisten derartigen Anschläge gab es 2016: 130 Stück.

Der Gesamtschaden, den die Täter an Automaten anrichteten, lag in diesem Jahr bis zum 11. Dezember bei 880 500 Euro, wie das LKA weiter mitteilte. Im kompletten Jahr 2017 waren es rund 840 500 Euro gewesen. In den Jahren zuvor war sogar die Millionengrenze überschritten worden.

19-jähriger Täter stirbt

Wie gefährlich die Täter leben, die mit Sprengungen an Geld kommen wollen, zeigte der Tod eines 19-Jährigen im Oktober in Halle. Er war leblos neben dem zerstörten Fahrkartenautomaten gefunden worden. Zwei mutmaßliche Komplizen im Alter von 15 und 20 Jahren wurden unmittelbar nach der Explosion festgenommen.

Die Polizei in Halle hat wegen der zahlreichen Anschläge auf Automaten eine Ermittlungsgruppe gebildet, die inzwischen zwei weitere mutmaßliche Täter gefasst hat. Erst Mitte Dezember hatte die Polizei einen 25-Jährigen ermittelt, der an mindestens vier Sprengungen beteiligt gewesen sein soll. Mitte November waren die Beamten einem 15 Jahre alten Tatverdächtigen auf die Spur gekommen.

Und auch die Magdeburger Polizei meldete einen Erfolg: In Spanien wurde ein 27-jähriger Niederländer gefasst, der am 1. Juni in Magdeburg an der Sprengung von zwei Geldautomaten beteiligt gewesen sein soll und auch an weiteren ähnlichen Taten bundesweit. In Magdeburg hatten die Täter mehrere hunderttausend Euro erbeutet.