Magdeburg (dpa) l Mit Automatensprengungen versuchen Kriminelle nach wie vor an Geld zu kommen, allerdings ändern sich die Ziele. Geldausgabeautomaten wurden im zu Ende gehenden Jahr seltener gesprengt, dafür deutlich häufiger Fahrscheinautomaten.

2014 sind noch 15 Geldautomaten gesprengt worden, in diesem Jahr bislang vier. Bei den Fahrscheinautomaten erhöhte sich die Zahl von neun im Jahr 2014 auf bislang 19, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen-Anhalt mit. Dabei leiten die Täter oft ein Gasgemisch ein und zünden es. Bei den Fahrscheinautomaten wurden oft auch sogenannte Polenböller eingesetzt. Meistens jedoch sind die Täter nicht an das Geld gelangt.

In den Automaten für Fahrscheine ist die zu erbeutende Summe eher gering. Oft handelt es sich um einige hundert Euro. „Der Sachschaden hingegen am Automaten und im Umfeld ist oftmals immens und übersteigt den Beuteschaden um ein Vielfaches“, sagt LKA-Sprecher Andreas von Koß. Und auch die Gefahr für Unbeteiligte sei unkalkulierbar. „Ermittler finden Trümmerteile teilweise mehr als 50 Meter entfernt vom Tatort. Damit entsteht auch eine erhebliche Gefahr für den Bahnverkehr.“

Täter gehen früh ans Werk

Bislang ist ein Gesamtschaden in Höhe von mindestens einer halben Million Euro entstanden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter insgesamt nur eine niedrige fünfstellige Summe erbeuteten.

Bei der Sprengung von Geldautomaten fiel die Beute den Angaben zufolge nicht selten sechsstellig aus. Die Täter sind zumeist in Gruppen am Werk, sie gingen organisiert und arbeitsteilig vor. Die Taten geschehen zumeist in den frühen Morgenstunden zwischen 1 und 4 Uhr und werden schnell ausgeführt.

Anfang 2015 kam es zu einer Häufung von Angriffen auf Fahrkartenautomaten. Vor allem im nördlichen und zentralen Sachsen-Anhalt. Anfang Oktober richtete das LKA die Ermittlungsgruppe „Billett“ ein. Sie soll alle im Land erfassten Automatensprengungen zentral bearbeiten, um Zusammenhänge und Täterstrukturen aufzudecken. Auch Straftaten in angrenzenden Bundesländern werden unter die Lupe genommen.