Reaktionen auf das Sondierungsergebnis von Union und SPD lassen sehr daran zweifeln, dass es tatsächlich zu einer Neuauflage der Großen Koalition in Berlin kommt. Das Signal aus Sachsen-Anhalt ist dabei nicht zu unterschätzen. Zwar ist der SPD-Landesverband klein, doch eine Anti-GroKo-Stimmung ist auch andernorts wahrnehmbar, etwa in Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Die SPD fordert nun deutliche Korrekturen. Unionspolitiker weisen das strikt zurück – kein Kompromiss zum Kompromiss. Momentan ist kaum vorstellbar, dass die Parteien noch zusammenkommen. Dabei spielen Hauptakteure eine unrühmliche Rolle. So wischt CSU-Mann Dobrindt ernstzunehmende Bedenken in großen Teilen der SPD weg und spricht von einem „Zwergenaufstand“.

Da vertut er sich gewaltig! Letztlich entscheiden 450.000 „Zwerge“ der SPD darüber, ob es zu einer Neuauflage von Schwarz-Rot kommt. Arrogante Bemerkungen wie die von Dobrindt werden den Gegnern einer GroKo weiteren Zulauf bescheren.