Corona

Sachsen-Anhalt: Das sind die neuen Corona-Regeln im Herbst

In Sachsen-Anhalt gibt es künftig neue Corona-Bestimmungen. Hier gibt es eine Übersicht.

Von Michael Bock und Alexander Walter 02.11.2021, 14:45 • Aktualisiert: 03.11.2021, 08:24
 Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt im herbstlichen Laub. Foto: Peter Kneffel/
 Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt im herbstlichen Laub. Foto: Peter Kneffel/ dpa

Magdeburg - Jeder, der schon mal im Stadion war, weiß: Bei vollem Haus stehen oder sitzen die Zuschauer eng beieinander. Zu dicht – sagt die Landesregierung. In Sachsen-Anhalts Fußball-Arenen soll mit der neuen Corona-Verordnung ab Mitte November auch weiter die sogenannte 3-G-Regel gelten. Das heißt: Nur Geimpfte, Genesene und Getestete dürfen ins Stadion. Dazu ist eine Regel-Verschärfung geplant. Wird in den Fan-Blocks in Zukunft die Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern nicht eingehalten, gilt eine Maskenpflicht. Das kündigte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) gestern nach der Kabinettssitzung an. Die Kontrollen im Stadion müssten die Gesundheitsämter übernehmen, sagte sie auf Nachfrage.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) appellierte an die Vernunft der Fußball-Fans, sich an die Maskenpflicht zu halten.

Auch bei anderen Veranstaltungen unter freiem Himmel wie Weihnachtsmärkten muss eine Maske getragen werden, wenn Menschen dicht an dicht beisammenstehen.

Seit Wochen steigen die Fallzahlen im Land: Mit 139,2 lag die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner gestern so hoch wie seit Mai nicht. Dennoch: Auf Lockdowns, Kontaktbeschränkungen oder die Schließung von Schulen, Kitas oder Friseursalons soll künftig verzichtet werden.

Regionalisiertes Corona-Konzept

Die Landesregierung setzt weiter auf ein regionalisiertes Corona-Konzept. Landkreise und kreisfreie Städte sollen für Ungeimpfte wieder Testpflichten für Innenräume einführen, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden – das gilt etwa für Restaurantbesuche. Das ist der Fall, wenn die 7-Tage-Inzidenz über einer Marke von 100 liegt und zusätzlich die Überlastung der Kliniken droht.

Der Altmarkkreis Salzwedel hat die 3-G-Regel für Innenräume und Dienstleistungen wie Friseure bereits am Montag verhängt. Dort lag die Inzidenz gestern bei 382,2. Bei einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Salzwedel waren trotz guter Durchimpfung der Bewohner zwei zu Pflegende an Corona verstorben, wie der Kreis der Volksstimme bestätigte.

Mehrere Pfleger waren offenbar nicht geimpft. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) rief angesichts solcher Vorfälle dazu auf, sich impfen zu lassen: „Noch immer sind in Sachsen-Anhalt 772000 Personen nicht geimpft, 135000 von ihnen sind älter als 60 Jahre. Das ist zu viel“, sagte der Ministerpräsident. Er warnte vor einer „Pandemie der Ungeimpften“.

Gesundheitsministerium antwortet nicht

Die Frage nach einer Positionierung zu einer Impfpflicht für die Pflegebranche ließ Grimm-Bennes Haus auch auf mehrfache schriftliche Anfrage der Volksstimme unbeantwortet. Grimm-Bennes Amtskollegin in Mecklenburg-Vorpommern hatte die Pflicht am Wochenende gefordert.

Rekord-Inzidenzen zeigen sich im Altmarkkreis auch bei Kindern und Jugendlichen. Zuletzt lag der Wert in der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen bei knapp 877. Insgesamt 21 Schulen waren von Infektionen betroffen. „Bei der Explosion der Infektionszahlen in den Schulen im Altmarkkreis muss man auch über flexibleren Unterricht nachdenken“, sagte Landrat Michael Ziche (CDU).

Das Land will die Schulen offenhalten. Infektionen im Kindesalter führten zwar zu Krankheitserscheinungen, aber zu weniger bedrohlichen als bei Erwachsenen, sagte Grimm-Benne. In der Abwägung habe man sich für den Präsenzunterricht entschieden. Die Kreise könnten Schüler und Lehrer aber statt, wie vorgegeben zweimal wöchentlich, häufiger auf Corona testen. Altmark- und Salzlandkreis testen aktuell täglich.