Corona

In der Debatte um Luftreiniger für Schulen setzen die Grünen CDU-Bildungsminister Marco Tullner unter Druck

Grüne attackieren CDU-Minister Tullner

Von Michael Bock
Bildungsminister Marco Tullner
Bildungsminister Marco Tullner Foto: dpa

Magdeburg - Die Grünen setzen Bildungsminister Marco Tullner (CDU) unter Druck. Fraktionschefin Cornelia Lüddemann forderte ihn am Donnerstag auf, „endlich tätig zu werden, um Schulen coronasicher zu machen“. Statt zu handeln schaue der Bildungsminister seit Monaten einfach zu. Trotz aktuell niedriger Inzidenzen sei es bereits jetzt absehbar, dass die Pandemie im Herbst noch nicht vorbei sein werde. Tullner müsse die Sommerferien nutzen, um Vorsorge zu treffen. Dazu gehöre „dass er seine grundsätzliche Blockadehaltung bei den Luftreinigern aufgibt und schaut, für welche Schulen eine solche Anschaffung sinnvoll wäre", sagte Lüddemann.

 Marco Tullner verweist auf eine Expertise des Landesamtes für Umweltschutz, welches Ministerin Claudia Dalbert von den Grünen unterstellt ist. Darin heißt es, mobile Luftreiniger würden „keine tragfähige Maßnahme“ zum Schutz vor Viren darstellen. „Eine ständige Umwälzung der Luft durch einen Luftreiniger kann die regelmäßige Lüftung nicht ersetzen und stellt insofern keine gleichwertige Alternative dar.“ Überdies fehle es „an einschlägigen Prüfnormen und Standards für die Überwachung und Qualitätssicherung der Geräte“.

Das Bundesumweltamt urteilt in einer Stellungnahme, mobile Luftreinigungsgeräte dürften „nicht als absoluter Schutz vor infektiösen Aerosolen angesehen werden“. Die Behörde empfiehlt weiter auch in der kalten Jahreszeit die Fensterlüftung als „prioritäre Maßnahme“.

Als erstes Bundesland hat gerade erst Bayern beschlossen, bis zum Herbst für alle Klassenräume Luftreiniger anzuschaffen. Dort sind bisher 14 100 der insgesamt 75 000 Schulklassen mit Filteranlagen ausgestattet. Die Staatsregierung hat 37 Millionen Euro für infektionsschutzgerechtes Lüften zur Verfügung gestellt.