Landtagswahl 2021

Jubel bei der CDU

Jubel am Sonntagabend bei der Wahlparty der Christdemokraten in Magdeburg. Für den Wahlerfolg der Union machen die Mitglieder vor allem einen verantwortlich: Reiner Haseloff.

Von Alexander Walter 06.06.2021, 23:21
Anhänger feiern Reiner Haseloff am Sonntagabend nach dem Sieg der CDU bei der Landtagswahl.
Anhänger feiern Reiner Haseloff am Sonntagabend nach dem Sieg der CDU bei der Landtagswahl. Foto: ddpa

Magdeburg - Die Unsicherheit dauert bei der CDU-Basis am Sonntagabend nur Sekunden. Ein kurzer Moment bangen Zweifelns. Dann fällt jede Anspannung. Unter Jubel und Beifall fallen sich Sachsen-Anhalts Christdemokraten bei der 18-Uhr-Prognose in die Arme.

Dass die Union gut abschneiden würde, hat sich da schon herumgesprochen auf dem Hof des Tessenow-Lofts, einem Lokal unweit der Magdeburger Messehallen. Während dort, nur wenige hundert Meter entfernt, Spitzenkandidaten und Fraktionschefs in TV-Studios Rede und Antwort stehen, feiern hier Landtags- und Bundestagsabgeordnete.

Tobias Krull, Abgeordneter im Landtag, gehört zu jenen, die vor dem Übertragungsbildschirm auf die Prognose gewartet haben: „Das Ergebnis ist besser, als ich es erwartet hatte“, sagt der 44-Jährige hinterher. Zwar sei die Stimmung schon an den Wahlständen gut gewesen. „Dass wir aber einen solchen Schwung bekommen würden, ist auch für mich überraschend.“

Woran hat es gelegen? Für den Magdeburger ist das Ergebnis vor allem Verdienst von Reiner Haseloff. Der sei beliebt, sagt Krull. „Die Menschen wollten ihn als Ministerpräsidenten wiederhaben.“ Entscheidend auch: Haseloffs klare Absage zu jeglicher Zusammenarbeit mit der AfD. Für Krull geht es auch um sein Landtagsmandat. Mit seinem Listenplatz 6 ist er aber schon in diesem Moment sicher erneut im Parlament.

Der Bundestagsabgeordnete Tino Sorge spricht von einem „fulminanten Ergebnis“. „Es zeigt, dass wir als CDU Wahlen gewinnen können“, sagt er.

Das Erfolgsrezept für das Abschneiden der Union sieht Sorge darin, dass die Partei es vermocht habe, eigene Themen zu setzen, „statt sich von der AfD jagen zu lassen“. Das gibt Rückenwind für die Bundestagswahl am 26. September“, sagt der 46-Jährige. Auch er will im Herbst wieder in den Bundestag einziehen. Entspannt bei einem Bier und im Kreis von Bekannten beobachtet Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel das Geschehen von einem Tisch aus. Für das Ende der Legislatur hat der 66-Jährige bereits seinen Abschied aus der Landespolitik angekündigt.

Webel ist dann auch freier, wenn es darum geht, schon mal über mögliche Koalitionen zu spekulieren. Wichtig sei, dass die CDU einen klaren Regierungsauftrag erhalten habe, sagt er. Schnittmengen sieht er beispielsweise mit der FDP – mit dem Kenia-Partner Grüne weniger. Die Grünen hätten ihm als Minister mehr Hürden aufgebaut als AfD und Linke zusammen, sagt Webel. Zudem wäre etwa die FDP als Koalitionspartner der Unions-Basis leichter vermittelbar als die Grünen. Wichtig sei jetzt aber vor allem das Signal der Wahl, ergänzt Webel dann noch: „Die CDU bleibt bei den Bürgern im Land als Regierungspartei anerkannt.“