Regierungsbildung

Leitet künftig eine Frau das Innenministerium in Sachsen-Anhalt?

Wer übernimmt in der neuen Landesregierung welches Ministerium in Sachsen-Anhalt? Das Personalkarussell dreht sich. In dieser Woche soll die Entscheidung fallen. Die Volksstimme beleuchtet den Stand der Dinge.

Von Michael Bock Aktualisiert: 03.08.2021, 10:08
Tamara Zieschang ist derzeit Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.
Tamara Zieschang ist derzeit Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Foto: picture alliance / Peter Steffen/dpa | Peter Steffen

Magdeburg - Eine gute alte Bekannte könnte bald als Chefin ins Innenministerium zurückkehren. Wie die Volksstimme aus Fraktionskreisen erfuhr, hat Tamara Zieschang die besten Karten, Innenministerin zu werden. Sie wäre in Sachsen-Anhalt die erste Frau in dieser Position. Die 50-Jährige war bereits zwischen 2016 und 2019 Innenstaatssekretärin In Sachsen-Anhalt. Seinerzeit war der später entlassene Holger Stahlknecht Minister. Seit 2019 ist Zieschang Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die promovierte Juristin hat einen guten Ruf als bestens vernetzte Macherin.

Eine Zeitlang war auch der Salzwedeler Landrat Michael Ziche (CDU) als Innenminister im Gespräch. Doch er hat aus persönlichen Gründen abgesagt.

Mit einer Neubesetzung im Innenministeriums wäre die derzeitige Doppelfunktion für Michael Richter vorbei. Der 67-Jährige ist seit Dezember vorigen Jahres Finanz- und Innenminister. Es gilt als sicher, dass Richter Finanzminister bleibt. Ausgemachte Sache ist auch, dass der Chef der Staatskanzlei, Rainer Robra (CDU), in dieser Funktion weitermachen wird. Der 69-Jährige ist zudem Kulturminister und dürfte dies wohl auch bleiben. Robra ist die graue Eminenz in der Regierung und einer der engsten Vertrauten von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU, 67).

Unstrittig ist zudem, dass der Europaabgeordnete und Landeschef Sven Schulze (CDU) dem neuen Kabinett angehören soll. Zu hören ist, dass er ein um einige andere Bereiche erweitertes Wirtschaftsministerium im Visier hat. Da kommt der 42-Jährige allerdings dem bisherigen Amtsinhaber Armin Willingmann (SPD) in die Quere.

Die Union hat jedoch deutlich gemacht, dass für sie die Übernahme des Wirtschaftsbereichs hohe Priorität hat. Sollte die Wirtschaft an die CDU gehen, bliebe für Willingmann ein Wissenschaftsministerium, dem noch andere Bereiche zugeordnet werden könnten.

Als unstrittig gilt auch, dass das Sozialministerium in SPD-Händen bleibt. Die Sozialdemokraten setzen weiter auf Ministerin Petra Grimm-Benne. Sollte die CDU das Bildungsministerium behalten, ist die bisherige Staatssekretärin Eva Feußner erste Anwärterin auf das Ministeramt. Offen wäre dann die politische Zukunft des bisherigen Amtsinhabers Marco Tullner.

Die FDP hat ein in dieser Form neu zugeschnittenes Ministerium für Landesentwicklung, Verkehr und Digitalisierung im Blick. Sollte es so kommen, würde die Landesvorsitzende Lydia Hüskens erstmals Ministerin.