Coronavirus

Bürokratie-Irrsinn? Niedersachsen liefert Corona-Impfstoff nach Haldensleben

Nachdem etliche Menschen aus Niedersachsen ihre erste Corona-Impfung in Sachsen-Anhalt erhalten haben, wurde ihnen die zweite Spritze später untersagt. Betroffene erhielten darauf in ihrer Heimat keine Impftermine. Nun bessert das Nachbarland nach. 

Von Nico Esche
 1500 Impfdosen wurden aus Niedersachsen nach Haldensleben geliefert. Foto: Jörg Carstensen/
 1500 Impfdosen wurden aus Niedersachsen nach Haldensleben geliefert. Foto: Jörg Carstensen/ dpa

Haldensleben - Der Landkreis Börde erhält vom Land Niedersachsen 1500 Impfdosen gegen das Coronavirus, teilte das Land Sachsen-Anhalt in einer Pressemitteilung mit. Diese dienen vorrangig der Zweitimpfung. Damit versuchen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt  einen Fehler auszubügeln, der einige Betroffene von ihrer wichtigen  Zweitimpfung abhielt.

Anfang April ließen sich anlässlich spezieller Impftage, Menschen im Alter von über 60 Jahren in Magdeburg die Erstimpunfg setzen. Darunter waren auch einige aus dem benachbarten Niedersachsen - eine legitime Vorgehensweise.

Kurz darauf entschied Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt: "Magdeburg zuerst", also Impfungen nur noch für Einwohner der Elbe-Stadt.  

Das Problem

Die Folgen für die Betroffenen zeigte sich nur wenige Wochen später. Viele von ihnen erhielten nun nämlich gar keinen Termin für ihre Zweitimpfungen - nicht einmal in ihren Heimatorten. Damit sei der vollständige Impfschutz gefährdet, erklärte zuletzt Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne.

Damit kann die begonnene Impfserie abgeschlossen werden und der vollständige Impfschutz für die Betroffenen ist nicht gefährdet

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne

Warum es für die Betroffenen nicht möglich ist, ihre wichtige zweite Dose in ihren Heimatorten zu erhalten, teilte das Gesundheitsministerium nicht mit.

Mit den 1500 gelieferten Corona-Impfdosen könne nun "die begonnene Impfserie abgeschlossen werden", so Grimm-Benne. "Der Impfstoff von AstraZeneca ist für Impfungen von Anspruchsberechtigten vorgesehen, deren Zweitimpfungstermin von der Landeshauptstadt Magdeburg abgesagt wurde", heißt es in der Pressemitteilung vom Land.

Die Zweitimpfungen werden in der Woche vom 28. Juni bis zum 2. Juli bei einer geplanten Impfaktion im Impfzentrum des Landkreises Börde in Haldensleben durchgeführt. Die Betroffenen sollen informiert werden, heißt es in der Pressemitteilung.