Magdeburg l Dem ehemaligen AfD-Landes- und Fraktionschef André Poggenburg ist das politische Comeback missglückt. Bei einem Parteitag in Magdeburg, auf dem die AfD-Kandidatenliste für die Landtagswahl beschlossen wurde, trat er am Wochenende als Parteiloser für den aussichtsreichen Listenplatz 15 an. Dort aber unterlag der 45-Jährige dem Harzer Kreisvorsitzenden Christian Hecht (Halberstadt) deutlich.

„Ich kam aber bei sechs Kandidaten zumindest in die Stichwahl“, twitterte Poggenburg nach seiner Niederlage. „Leider zählt da manchmal weniger der Kampf als die Kungelei.“

In den zurückliegenden Tagen hatten Unterstützer des Ex-AfD-Chefs im Netz versucht, Stimmung zu machen. So twitterte einer: „Herr Poggenburg, Sie sind, nun ja, etwas salopp gesagt, eine echte Granate.“ Poggenburg antwortete: „Aber panzerbrechend.“

Der rechtsnationale Poggenburg hatte die AfD in Sachsen-Anhalt jahrelang geprägt. Anfang 2019 verließ er jedoch die Partei im heftigen Streit.

Beim Listenparteitag am Wochenende wurde die Aufstellung der AfD-Kandidatenliste fortgesetzt. Als Spitzenkandidat steht seit Dezember bereits der Fraktionsvorsitzende im Landtag, Oliver Kirchner, fest. Er gilt als Vertreter des rechten Parteiflügels. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Ulrich Siegmund und Hans-Thomas Tillschneider. Rang vier und fünf belegen Daniel Roi und Tobias Rausch.

Die Wahl

Bei den Wahlen am Samstag und Sonntag wählten die mehr als 400 anwesenden Mitglieder weitere Kandidaten ab Listenplätze sechs. Gordon Köhler, Schriftführer im Landesvorstand und einst Generalsekretär, wurde mit klarer Mehrheit auf Platz sechs gewählt. Auf Rang sieben setzte sich nach Parteiangaben Matthias Büttner (Salzlandkreis) klar gegen Alexander Raue (Halle) durch. Beide sitzen derzeit im Landtag. Die weiteren Listenplätze sicherten sich Vize-Landesschatzmeister Jan Moldenhauer (Magdeburg), der Bundestagsabgeordnete Matthias Büttner (Stendal) und Daniel Wald. Mit Nadine Koppehel wurde die erste Frau auf Platz elf gewählt, die zweite folgt mit Margret Wendt auf Platz 20.

Die die AfD hatte bei der Landtagswahl 2016 auf Anhieb 24,3 Prozent der Stimmen geholt und war hinter der CDU zweitstärkste Kraft geworden.