Magdeburg l Der frühere AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende André Poggenburg erwägt offenbar, beim AfD-Parteitag an diesem Wochenende in Magdeburg für einen aussichtsreichen Platz auf der Bewerberliste für die Landtagswahl am 6. Juni zu kandidieren. In der Landespartei verbreitet sich wie ein Lauffeuer die Nachricht, dass der 45-Jährige einen Platz „um die 15" anstreben werde.

Offiziell äußern wollte sich am Freitag dazu niemand. Poggenburg selbst war zunächst nicht erreichbar.

AfD-intern heißt es, dass Poggenburg bei einer Kandidatur scheitern würde. „Der würde ein paar Stimmen kriegen, wird aber nicht gewählt", sagte ein mit der Situation vertrauter AfD-Mann.

Der rechtsnationale Poggenburg  hatte die AfD in Sachsen-Anhalt lange Zeit geprägt. Anfang 2019 verließ er jedoch die Partei im Streit. " Er fühle sich zwar der AfD "und vielen ihrer Mitglieder auch weiterhin irgendwie verbunden", erklärte er seinerzeit. „Leider hat die Entwicklung innerhalb der AfD in den letzten Wochen und Monaten aber gezeigt, dass diese nicht mehr wirklich meine politische Heimat ist." Poggenburg kritisiert eine Hysterie in der AfD, hinter der die Angst vor einer drohenden Beobachtung durch den Verfassungsschutz stecke.

Poggenburg sitzt derzeit als fraktionsloser Abgeordneter im Landtag. Bei Abstimmungen unterstützt er regelmäßig Initiativen der AfD-Fraktion.