Magdeburg (dpa) l Gut für die Artenvielfalt und Nahrungsquelle für Wildtiere: Immer häufiger entstehen an den Rändern der Äcker in Sachsen-Anhalt sogenannte Blühstreifen. Für das kommende Jahr haben Landwirte nach Angaben des Agrarministeriums für zusätzliche 1857 Hektar eine Förderung beantragt – 128 Prozent mehr als in diesem Jahr. Insgesamt würden damit Blühflächen auf mehr als 3300 Hektar gefördert. "Im nächsten Sommer wird es an unseren Ackerrändern mehr denn je summen, brummen und tirilieren", erklärte Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert (Grüne).

Auf den als Blüh- oder Schonstreifen bezeichneten Flächen entlang der Äcker wird keine Landwirtschaft betrieben. Stattdessen werden dort verschiedene Blumen und Gräser gepflanzt, um für mehr Artenvielfalt zu sorgen. Davon profitieren nach Angaben des Ministeriums auch viele Wildtiere, die auf den Flächen Lebensraum und Nahrung finden. In der oft von Monokulturen geprägten Agrarlandschaft schafften die Blühstreifen zusätzliche Strukturvielfalt.

Das Land fördert die Entwicklung mit einem sogenannten Blühstreifenprogramm seit Anfang 2015. Inklusive der neu beantragten Flächen werden rund zwölf Millionen Euro Fördergeld ausgereicht. Es sei erfreulich, dass die Landwirte die Förderung so gut annähmen, erklärte Dalbert. "Damit werden sie ihrer Verantwortung als Naturschützer in unserer Kulturlandschaft gerecht."

Besonders für Honigbienen stellen die Blühstreifen eine wertvolle Nahrungsquelle dar. Auf den großen Flächen der Monokulturen finden die Tiere häufig nicht genug Futter, zahlreiche Wildbienenarten sind in Sachsen-Anhalt bereits ausgestorben. Auch der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln macht den Bienen zu schaffen. Dalbert erklärte, es sei eine gesellschaftliche Verantwortung, dem Insekten-, Bienen- und Vogelsterben etwas entgegen zu setzen.