Höhn-Rückzug Linke braucht Neuanfang
Wenn die Linke koalitionsfähig werden will, muss sie sich persönlicher Animositäten entledigen.
Dass Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn seinen Rückzug vorbereitet, ist kein gutes Signal für die Linke. Wie viele Mitglieder ist Höhn genervt vom ewigen Machtkampf des Spitzenpersonals Kipping, Riexinger, Wagenknecht und Bartsch, die sich regelmäßig gegenseitig Knüppel zwischen die Beine werfen. Wenn die Partei im Bund irgendwann wirklich koalitionsfähig werden will, muss sie sich der vielen persönlichen Animositäten endlich entledigen.
Denn wie sonst will man dem Wähler und Partnern glaubhaft eine einheitliche Linie verkaufen, wenn schon vier Leute nicht in der Lage sind, sich zu verständigen? Die Gräben scheinen so tief zu sein, dass die Partei nicht um einen personellen Neuanfang umhin kommen wird. Zusätzlich muss sie sich ihrer Klientel wieder stärker zuwenden: Den Arbeitslosen und Arbeitnehmern. Im Osten hat die Partei Hunderttausende Wähler verloren. Dass nun auch die AfD verstärkt um deren Gunst wirbt, macht es für die Linke nicht einfacher.