Magdeburg (dpa) l  Aus dem Teil-Lockdown wird ein Lockdown: In Sachsen-Anhalt werden, wie auch bundesweit, ab diesem Mittwoch weitere Teile des öffentlichen Lebens heruntergefahren. Punkt Mitternacht trat die neunte Eindämmungsverordnung des Landes in Kraft. Danach schließen bis zum 10. Januar Geschäfte, Friseursalons und Kosmetikstudios. Die Kitas wechseln in den Notbetrieb, in den Schulen stehen dreiwöchige Ferien an. Restaurants sind weiter geschlossen, ebenso Theater, Museen und andere Kultureinrichtungen sowie Sportanlagen. Ziel ist, die Verbreitung des Coronavirus soweit in den Griff zu bekommen, dass das Gesundheitssystem nicht überfordert wird.

Was dennoch alles geht und erlaubt ist:

Menschen treffen

Der Grundsatz im Lockdown heißt: Kontakte möglichst herunterfahren, um dem Coronavirus wenig Chance auf Verbreitung zu bieten. Einsam muss aber niemand sein, denn es gilt weiter die Fünfer-Regel. Jeder darf sich mit bis zu vier weiteren Menschen treffen, die auch aus unterschiedlichen Haushalten stammen können. Kinder bis 14 Jahre, die mit einer dieser Personen verwandt sind oder im gleichen Haushalt leben, werden dabei nicht mitgezählt.

Vorfreude

An Weihnachten werden die Kontakt-Regelungen für drei Tage etwas gelockert. Vom 24. bis 26. Dezember darf eine Kernfamilie aus etwa Mutter, Vater und Kindern Menschen bis zu vier Verwandte oder Freunde aus zwei weiteren Hausständen einladen. Auch dort werden Kinder unter 14 Jahren nicht eingerechnet, wenn sie mit jemandem aus diesem Kreis verwandt sind oder zusammenleben.

Raus an die Luft

Es gibt in Sachsen-Anhalt, anders als etwa in Sachsen, keine generellen Ausgangsbeschränkungen. Bummeln, Spazierengehen und Individualsport draußen sind rund um die Uhr möglich, es sei denn, Landkreise oder kreisfreie Städte legen aufgrund des hohen Infektionsgeschehens etwas Anderes fest. Zudem dürfen in Sachsen-Anhalt die Zoos, Tierparks und botanischen Gärten sowie ähnliche Freizeiteinrichtungen öffnen. Tierhäuser und Streichelgehege müssen aber geschlossen bleiben. Und es gibt auch kleine Highlights: Das Magdeburger Puppentheater etwa bespielt täglich außer montags zwischen 16.00 und 18.00 Uhr eine Art Kulturschaufenster und will Vorübergehende so überraschen und erfreuen.

Einkaufen

Der Einzelhandel bleibt bis zum 10. Januar geschlossen. Lebensmittel einkaufen, ob im Supermarkt, beim Direktvermarkter oder auf dem Wochenmarkt geht aber weiter uneingeschränkt. Abstand, Mund-Nasen-Schutz und Hygiene sind selbstverständlich. Auch Abhol und Lieferdienste sind weiter gestattet. Offen bleiben zudem Getränkemärkte, der Weihnachtsbaumverkauf, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradgeschäfte mit Werkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte und der Großhandel. Wem noch ein Weihnachtsgeschenk fehlt: Buchhandlungen sind für ihre Kunden da.

Kultur aus der Ferne

Theater, Konzerthäuser, Museen und andere Kultureinrichtungen sind seit November geschlossen und bleiben es auch weiterhin. Viele Kunstschaffende übertragen Konzerte und Aufführungen für Zuschauerinnen und Zuschauer auf dem Sofa. Da heißt es: Augen auf in den Sozialen Medien. Die Magdeburgische Philharmonie etwa bietet Kammermusik-Liebhabern am Donnerstag um 19.00 Uhr ein Programm zum Beethoven-Jahr. Das Konzert wird live gestreamt vom Offenen Kanal Magdeburg und kann danach auch als Video auf der Homepage des Theaters Magdeburg angesehen werden. Das Theater setzt an diesem Samstag auch seine Telefonaktion "Bei Anruf: Kunst!" fort. Interessierte können an der Theaterkasse einen Zeit-Slot von zehn Minuten buchen und sich zwischen 18.00 und 20.00 Uhr von Sängern oder Schauspielerinnen anrufen lassen.