Magdeburg l Rund jeder zehnte Schüler im Land lernt an einer Ersatzschule. Das Angebot ergänzt das der staatlichen - etwa mit Reformpädagogik oder Sprachenprofil. Laut Verfassung haben die Privaten dabei Anspruch auf Landes-Zuschüsse, die sie für die Erfüllung ihrer Aufgaben brauchen. Das Schulgesetz regelt Details. Viel Deutungsspielraum lässt es nicht.

In der Realität hält Sachsen-Anhalt die freien Träger trotzdem immer wieder hin. Aktuelles Beispiel: Die Tarifänderung für angestellte Lehrer Anfang 2018. Obwohl Kollegen im Staatsdienst seit Monaten im Schnitt deutlich mehr verdienen, bezuschusst das Land die Freien weiter auf Grundlage des alten Niveaus. Zwar hat der Landtag Übergangshilfen beschlossen, die auch gestiegene Personalkosten berücksichtigen sollen. Transparent ist das aber nicht. Es ist nicht die erste Hängepartie. Im Ländervergleich stattet Sachsen-Anhalt seine Privatschulen besonders spärlich aus. Seit Jahren warten die Träger auf eine gerechtere Neuregelung. Es wird Zeit, dass sie endlich kommt.