Sachsen-Anhalts AfD hat ihr Minderheitenrecht genutzt und einen Untersuchungsausschuss zum Geschäftsgebaren von Lotto-Toto durchgesetzt. Damit wird das schärfste Schwert der Parlamentarier genutzt. Nun mag man streiten, ob der Ausschuss – immerhin schon der vierte in dieser Legislaturperiode – tatsächlich nötig gewesen wäre. Zumal parallel auch der unabhängige Landesrechnungshof prüfen wird. Unstrittig ist indes, dass teils schwerwiegende Filz-Vorwürfe gegen die Lotto-Geschäftsführerin unbedingt aufgeklärt werden müssen.

Einige der öffentlich gewordenen Vorgänge haben zumindest ein Geschmäckle. Etwa die Tatsache, dass eine einst von der Lotto-Chefin geführte Agentur, deren Chef jetzt ihr Lebenspartner ist, Aufträge von Lotto-Fördergeld-Empfängern bekommt. Die Personalpolitik wirft ebenfalls Fragen auf. Auch diese müssen schnellstmöglich geklärt werden, damit die lange Zeit untadelige Marke Lotto-Toto nicht weiter Schaden nimmt.