Wittenberg (dpa) l Gaukler, Händler und ein kühler Badezuber: Zehntausende Menschen haben das Stadtfest "Luthers Hochzeit" in Wittenberg besucht. "Wir schätzen, an den drei Tagen waren etwa 70.000 bis 80.000 Gäste hier", sagte Cheforganisator Johannes Winkelmann am Sonntag. Bereits zur Eröffnung am Freitag kamen Tausende Besucher, um den feierlichen Einzug der als Nonnen verkleideten Schülerinnen aus dem Luther-Melanchthon-Gymnasium zu erleben. Sie erinnerten an die historischen Vorbilder der zwölf jungen Frauen, die einst aus dem Kloster Nimbschen geflohen waren. Darunter war einst auch Katharina von Bora (1499-1552), die später Martin Luther (1483-1546) heiratete.

Höhepunkt des Stadtfests war ein historischer Umzug am Samstag durch die Stadt. Erzieher Marco Glaß und die Bankkauffrau Ramona Weiss schlüpften dazu in die Rollen von Luther und seiner Frau, begleitet wurden sie von etwa 2000 Hochzeitsgästen, Fanfarenzügen und Tieren. Etwa 15.000 bis 20.000 Schaulustige jubelten vom Straßenrand aus der Hochzeitsgesellschaft zu, wie Winkelmann sagte. Zudem konnten die Besucher bei dem dreitägigen Fest zahlreiche mittelalterliche Konzerte, Händler und Gaukler erleben. Auch ein Badezuber stand zur Abkühlung bereit, so Winkelmann. Die jungen Gäste konnten zudem Knüppelkuchen essen und Schokoküsse mit einem Katapult schleudern.

Das Fest an den Originalschauplätzen der Lutherzeit wurde in diesem Jahr zum 25. Mal gefeiert. Es erinnert alljährlich an die Trauung von Luther, der vor rund 500 Jahren an die Wittenberger Schlosskirche seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel geschlagen haben soll, und der Nonne Katharina von Bora.