Missbrauch im Bistum Magdeburg: Betroffene gesucht

Von dpa
Ein Jesuskreuz steht in der römisch-katholischen Kathedralkirche Sankt Sebastian.
Ein Jesuskreuz steht in der römisch-katholischen Kathedralkirche Sankt Sebastian. Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Magdeburg - Das Bistum Magdeburg sucht Betroffene, die sich an der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche beteiligen. „Es ist uns ein großes Anliegen, Betroffene zu finden, die sich für die Arbeit im Betroffenenbeirat und in der Aufarbeitungskommission interessieren“, sagte eine Bistumssprecherin am Montag. „Damit die Zusammensetzung des Betroffenenbeirates gelingen kann, hat sich eine unabhängige Findungskommission bereiterklärt, als Ansprechpartnerin für Interessierte da zu sein und über die Zusammensetzung des Beirates zu entscheiden.“

Interessentinnen und Interessenten können sich laut der Sprecherin bis Ende September beim Verein Wildwasser Magdeburg melden. Gesucht würden Menschen oder deren Angehörige oder gesetzliche Vertreter und Vertreterinnen, die im Bereich des heutigen Bistums Magdeburg sexualisierte Gewalt erlitten haben. Sie sollten mindestens 18 Jahre alt sein.

Der Betroffenenbeirat soll den Angaben zufolge als Expertengremium aus Sicht Betroffener einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Umgangs mit Fragen der sexualisierten Gewalt im Bistum Magdeburg leisten. Zudem solle er die Aufarbeitung in der Kommission begleiten. Diese geht den Fragen nach, wie viele Fälle sexuellen Missbrauchs es im Bistum gegeben hat, wie die Verantwortlichen mit den Beschuldigten und Betroffenen umgegangen sind. Zudem sollen die aktuellen Strukturen darauf hin untersucht werden, ob sie sexuellen Missbrauch ermöglichen, erleichtern oder dessen Aufdeckung erschweren.