Mögelin/Biederitz l Vier Monate nach den tödlichen Schüssen auf die Ex-Kommunalpolitikerin aus Biederitz im Jerichower Land, Ute P., in Mögelin (Havelland) tappt die Brandenburger Mordkommission weiter im Dunkeln. „Es gibt keine heiße Spur“, sagte die Potsdamer Staatsanwältin Sarah Kress-Beuting der Volksstimme. „Wir ermitteln immer noch gegen Unbekannt.“

Die 57 Jahre alte ehemalige Gastwirtin des „Gänsekrugs“ in Biederitz hatte sich viele Jahre für die CDU im Gemeinderat engagiert. Im Sommer des vergangenen Jahres hatte sie sich offiziell in ihrer Heimatgemeinde abgemeldet und wollte im Premnitzer Ortsteil Mögelin eine neue Existenz aufbauen. Nach Volksstimme-Informationen wollte sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner auf einem ehemaligen GST-Gelände einen Reiterhof betreiben.

Am 10. Februar dieses Jahres war der Ford von P. gegen 20 Uhr nur etwa 100 Meter vom Haus ihrer Mutter entfernt auf einem Feldweg entdeckt worden. Der Lebensgefährte von P. hatte die Polizei alarmiert.

Auf dem Fahrersitz des Silbermetallic-Autos hatte die Ex-Biederitzerin blutüberströmt und tot gesessen. Später wurden mindesten zwei Schüsse in die Brust der Frau festgestellt. Was nicht gefunden wurde, waren die Tatwaffe sowie Patronenhülsen.

Kurz nach dem Mord, dessen Hintergründe ebenfalls noch völlig im Dunkeln liegen, war nach einem Mann gesucht worden, der in Mögelin in der Nachbarschaft der 57-Jährigen wohnte. Der 46-Jährige war in Verdacht geraten, weil er gegenüber Ute P. bereits früher handgreiflich geworden sein soll. Doch der Verdacht gegen ihn hatte sich nicht erhärtet.

Ute P. war im Jerichower Land bekannt gewesen. Sie hatte nach der Wende aus dem ehemaligen Biederitzer Getränkestützpunkt die Gaststätte „Gänsekrug“ gemacht. Das Lokal hatte sie allerdings nach der Silvesterfeier 2016 aufgegeben und später verkauft. Der Erlös sollte Startkapital für ihr neues Projekt sein.