Halle (dpa) l Kriminaltechniker waren am Mittwoch vor Ort, um Spuren zu sichern. Laut Polizei wurde zunächst kein Projektil gefunden. Ob es sich bei der Beschädigung um ein Einschussloch handelt, muss noch geklärt werden. Die Polizei bestätigte diese Vermutung zunächst nicht. Möglicherweise sei das Loch schon mehrere Tage alt, sagte ein Sprecher. Nach ersten Erkenntnissen wurde es am Mittwochmorgen entdeckt. Den Angaben zufolge wird zunächst wegen Sachbeschädigung ermittelt. Zuerst hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" online berichtet.

Am 9. Oktober vorigen Jahres war der Kiezdöner in der Nähe der Synagoge zum Tatort eines Terroranschlags geworden. Der Täter beschoss den Laden und tötete einen 20 Jahre alten Gast. Zuvor hatte der Täter vergeblich versucht, in die Synagoge zu gelangen. Darin hatten sich viele Gläubige versammelt, um den höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, zu feiern. Als der Täter an der Synagogentür scheiterte, erschoss er in der Nähe eine 40 Jahre alte Passantin und griff später den Kiezdöner an. Ein 27 Jahre alter Deutscher hat die Tat gestanden und rechtsextreme und antisemitische Motive eingeräumt. Er sitzt in Untersuchungshaft, eine Anklage wird zeitnah erwartet.

Das Team des Kiezdöners um den früheren Besitzer Izzet Cagac zeigte sich schockiert über das Loch. "Es hört einfach nicht auf", sagte Cagac der "Mitteldeutschen Zeitung". "Jetzt kommt alles wieder hoch." Der Imbiss war nach dem Anschlag zunächst ein Trauerort geworden und hatte viel Solidarität erlebt. 40 Tage nach dem Anschlag öffnete er wieder als Imbiss.