Magdeburg (dpa/bo/tw) l Michael Richter (CDU) tritt als Finanzminister  von Sachsen-Anhalt die Nachfolge von André Schröder an. Schröder trat am Donnerstag von seinem Amt zurück. Wer ist Michael Richter?

Michael Richter (CDU) studiert nach der Schule von 1974 bis 1980 an der Freien Universität Berlin Rechtswissenschaft.

In die Steuerverwaltung des Landes Berlin tritt er 1983 ein. Von 1984 bis 1989 ist Richter beim Finanzamt Charlottenburg-Ost tätig, danach bis 1996 in der Berliner Senatsverwaltung. Seine Zuständigkeit auch hier: Finanzen.

Er wechselt anschließend in die Oberfinanzdirektion Cottbus.

Ab 2003 ist Richter Abteilungsleiter im Brandenburger Wirtschaftsministerium und dort von 2008 bis 2009 als Staatssekretär tätig.

Nach Sachsen-Anhalt wechselt der heute 64-Jährige im Jahr 2011, als Staatssekretär ins Wirtschaftsministerium. 2012 geht er in derselben Funktion ins SPD-geführte Finanzministerium.

2015 wird er kurzzeitig ins Innenministerium abgeordnet. Im April 2016 kommt er zurück ins jetzt CDU-geführte Finanzressort.

Eigentlich wollte Richter im September in Rente gehen. Er ist verheiratet und hat ein Kind.

Er sei selbst überrascht von dem schnellen Jobwechsel, sagte Michael Richter. Die Entscheidung, das Ministeramt zu übernehmen, sei ihm trotzdem nicht schwer gefallen. "Ich bin in den letzten Wochen relativ nachdenklich gewesen, weil es viele Projekte gibt, die im Land bewegt werden müssen."

Die NordLB-Rettung muss weiter gemanagt werden. Eine noch größere Herausforderung dürften die Verhandlungen für den Doppelhaushalt 2020/2021 sein. Jedes Jahr sollen rund 11,8 Milliarden Euro ausgegeben werden. Die Ausgabenwünsche der Minister liegen aktuell noch 1,9 Milliarden Euro darüber. "Er weiß, was ansteht", sagt Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU). "Wir sind in einer ganz wichtigen Phase."

Doch warum genießt der Finanzstaatssekretär Richter, der selbst sowohl in die bisherigen Haushaltsverhandlungen als auch in die NordLB-Rettung eng eingebunden war, ein Vertrauen der Abgeordneten, das seinem Vorgänger entglitten ist? "Das sind manchmal Dinge, die auch mit Persönlichkeitsstrukturen zu tun haben, wo die Chemie entweder produktiv wirkt oder gegebenenfalls zur Belastung wird", versuchte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff einen Erklärungsversuch. Schröder habe selbst erkannt, "dass er den Problemkreis selber nicht mehr auflösen kann".