Dessau-Roßlau (dpa) l Der Zustand der Elb-Auen ist aus Sicht von Naturschützern nach zwei Jahren mit besonders wenig Niederschlag besorgniserregend. "Altwasser und Flutrinnen sind ausgetrocknet, die Kronen der Solitäreichen sind schütter, die Bäume in den größten Hartholzauenwäldern Mitteleuropas kränkeln sichtbar, viele sind abgestorben", teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND nach einer Delegiertenversammlung in Dessau-Roßlau am Wochenende mit.

Die trockenen Jahre 2018 und 2019 hätten dieser Landschaft massiv zugesetzt, zudem grabe sich der Fluss immer mehr in sein Bett ein. Dazu trage auch die künstliche Einengung der Elbe durch Flussbauwerke bei, mit der immer noch versucht werde, aus dem Fluss eine ganzjährig befahrbare Wasserstraße zu machen. Das müsse sich ändern. Der Schutz des Natur- und Kulturerbes müsse Vorrang haben.

Der Wasserspiegel der Elbe falle und mit ihm der Grundwasserspiegel in den Auen. "Internationale Schutzgebiete wie das Unesco Biosphärenreservat Mittelelbe und die Schutzgebiete von Natura 2000 sind in ihrem Bestand gefährdet", bilanzierte der BUND. Aber auch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, die Forst- und Landwirtschaft litten unter dem verstärken Wassermangel.