Sandersdorf-Brehna l 12 000 Quadratmeter, 100 neue Mitarbeiter, ein hoher zweistelliger Millionenbetrag – der Fahrzeugentwicklungsdienstleister FEV erweitert seinen Standort im Süden Sachsen-Anhalts. Getestet und entwickelt werden sollen verstärkt Batterien für E- und Hybridautos. Das weltweit größte Entwicklungs- und Testzentrum für sogenannte Hochvoltbatterien (eDLP) nimmt heute in Sandersdorf-Brehna den Betrieb auf. Am Standort im Landkreis Anhalt-Bitterfeld investiert der Automotive-Spezialist FEV aus Aachen nach Volksstimme-Informationen 70 Millionen Euro. Vom Wirtschaftsministerium wird die Investition mit sechs Millionen Euro gefördert.

Auf rund 12 000 Quadratmetern werden rund 100 Mitarbeiter Module und Batteriesysteme für die Autoindustrie entwickeln und testen. Verstärkt will sich das Unternehmen dem Thema Hybrid- und Elektromobilität widmen. Nur wenige Kilometer entfernt betreibt FEV seit 2009 bereits ein Dauerlaufprüfzentrum (DLP) mit entsprechenden Antriebsstrangprüfständen.

Außergewöhnlich am neuen Zentrum: Die für die Tests benötigte Energie wird fast vollständig durch regenerativ erzeugten Strom bereitgestellt. Möglich macht es eine 12 000 Quadratmeter große mit Photovoltaikpanelen besetzte Dachfläche.

Am neuen Standort wolle man einen „weltweit einzigartigen Entwicklungsservice“ anbieten, betont Stefan Pischinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der FEV Group. Als Plus stellt er die gute Anbindung an die Autobahnen 9 und 14 und die Nähe zum Flughafen Leipzig-Halle sowie zu hoch qualifizierten Fachkräften heraus.

Stärkung für Auto-Standort Sachsen-Anhalt

Wirtschaftsminister Armin Willingmann erklärt: „Die Zukunft der Mobilität wird auch in Sachsen-Anhalt gestaltet, dafür stehen auch Großinvestitionen von FEV, Farasis, Porsche und Horiba.“

Zuletzt hatten sich unter anderem der US-Batteriehersteller Farasis in Bitterfeld-Wolfen und Porsche mit einem Presswerk in Halle angesiedelt. Der japanische Batterie- und Brennstoffzellen-Spezialist Horiba FuelCon hatte in diesem Jahr begonnen, seinen Standort in Barleben (Landkreis Börde) zu erweitern. Investitionsvolumen: 30 Millionen Euro.

Für Willingmann sind die Standort-Entscheidungen der innovativen Firmen gleichbedeutend mit einer Stärkung des Automotive-Standorts Sachsen-Anhalt. „Wir werden weiterhin gezielt in die Forschungsinfrastruktur des Landes investieren und Unternehmensansiedlungen unterstützen“, so Willingmann.