New York lässt in der U-Bahn die Hosen runter

Von Mona Köcher

NewYork l Als wäre es das Gewöhnlichste der Welt, sind in New York am Wochenende mehrere tausend Menschen ohne Rock oder Hose in die U-Bahn gestiegen. Sie waren auf dem Weg zur Arbeit, zur Uni oder zum Einkaufen - egal. Sie verbindet nichts, außer die Lust, an einer Spaßaktion mitzumachen. Und ein gewisser Hang zum Exzentrischen (was für Amerikaner wieder nicht so ungewöhnlich ist).

Anlass war der "No Pants Subway Ride", eine Aktion, die ihre Premiere vor zwölf Jahren hatte und nun immer mehr Anhänger findet. Sie wird alljährlich von der New Yorker Gruppe "Improv Everywhere" organisiert und findet inzwischen in mehr als 60 Städten weltweit statt. Die Anhänger fahren in Unterhosen, Winterschuhen und dicken Jacken mit der Metro. Sonst scheint es zumindest eine strikte Regel für Mitmacher und Unbeteiligte zu geben: Wer nach dem Sinn fragt, hat verloren!

Müssen wir uns wegen der wachsenden Fangemeinde Sorgen machen, dass solche Aktionen um sich greifen? Dass zur Abwechslung die nächste Aktion unter dem Motto "ohne Hose ins Büro" steht? Oder wie wär\'s mit "Oben ohne in die Kantine"? (Oben-ohne-Bedienung in entsprechenden Bars gibt es ja bereits.)

Besonders beliebt auch: "Ohne Geld zum Einkaufen" - eine Aktion, die bei Ladendieben auf immer größere Resonanz trifft. Vergleichbare Kampagnen gibt es viele: So nimmt man im Straßenverkehr mit Kopfschütteln so manchen eigenwilligen Fahrstil zur Kenntnis und hat gelegentlich den Eindruck, es sei gerade "Ohne Brille auf die Autobahn" angesagt. Am beeindruckendsten aber erscheint doch die von etlichen erfolgreich praktizierte Aktion: "Ohne Gehirn durchs Leben".