Magdeburg l Auch in Sachsen-Anhalt gelten ab dem 11. Januar Bewegungseinschränkungen für Bewohner von Landkreisen mit besonders hohen Corona-Fallzahlen. Wie Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Freitag auf der Landespressekonferenz des Kabinetts in der Magdeburger Staatskanzlei mitteilte, gilt ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) eine Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort.

Die Landkreise seien verpflichtet, entsprechend zu handeln und im Fall der Zuwiderhandlung Bußgelder zu verhängen, so Haseloff. Ein entsprechender Bußgeld-Katalog werde zurzeit erarbeitet, ergänzte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD). Sachsen-Anhalt schließt sich damit ohne Einschränkung den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Dienstag an.

Auch in Bezug auf die Kontaktbeschränkungen richten sich die Verantwortlichen nach den Beschlüssen des Corona-Gipfels vom 5. Januar. Wie Ministerin Grimm-Benne sagte, seien in Sachsen-Anhalt lediglich Treffen unter Personen des eigenen Hausstands sowie einer weiteren Person erlaubt. Kinder unter 14 Jahren seien davon ausdrücklich nicht ausgenommen, so die Ministerin. Damit fährt Sachsen-Anhalt in diesem Punkt einen härteren Kurs als andere Bundesländer, die diese Ausnahme zulassen. Für touristische Anziehungspunkte seien darüber hinaus Betretungsverbote vorgesehen, sagte Grimm-Benne.

Ministerpräsident Haseloff sprach hinsichtlich der Beschlüsse von einem „schmerzlichen Einschnitt", er sehe allerdings „keine Alternative zu dieser Vorgehensweise". Am Donnerstag war die Zahl der täglich gemeldeten neuen Coronavirus-Infektionen in Sachsen-Anhalt auf 1041 gestiegen.