Magdeburg l Der frühere AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, hat am Dienstag freiwillig die AfD-Landtagsfraktion verlassen. Das bestätigte der AfD-Fraktionsvorsitzende Oliver Kirchner der Volksstimme. Damit ist die AfD-Fraktion von ehedem 25 Mitgliedern auf jetzt 21 geschrumpft.

Bereits zuvor hatte Poggenburg seinen Austritt aus der Partei erklärt, gleichzeitig aber seinen Verbleib in der Fraktion angeboten. Der 43-Jährige gründete parallel zu seiner AfD-Abkehr die neue Partei "Aufbruch deutscher Patrioten", die im Osten bei den anstehenden Landtagswahlen antreten will. Er wolle mit seiner neuen Partei bei den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen in diesem Jahr 6 bis 9 Prozent der Zweitstimmen holen, sagte er. Dafür gebe es eine realistische Chance.

Oliver Kirchner sagte, er gehe davon aus, dass Poggenburg auch künftig vielen AfD-Anträgen im Landtag zustimmen werde. „Wenn er sich fair verhält, werden auch wir uns fair verhalten", sagte Kirchner. „Da gibt es kein Nachtreten." Rechnet Kirchner mit noch mehr Austritten aus der AfD-Fraktion? „Ich gehe davon aus, dass es keine weiteren Austritte geben wird", betonte er.

Die 2013 gegründete AfD hat schon mehrere Abspaltungen hinter sich. Parteigründer Bernd Lucke verließ 2015 die Partei, nachdem er den Machtkampf mit dem rechtsnationalen Flügel verloren hatte. Er gründete eine neue Partei, die aber erfolglos blieb. Nach der Bundestagswahl 2017 trat die Parteivorsitzende Frauke Petry aus. Sie gründete die "Blaue Partei".