Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalt hat für die Arbeit in Gefängnissen weniger geeignete Mitarbeiter gefunden als erhofft. "Für den Justizvollzug haben wir 25 weitere Anwärter aufgenommen", sagte Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg. Es habe 160 Bewerber gegeben, von denen viele aber nicht die Anforderungen wie einen gefestigten Charakter oder die gesundheitlichen Voraussetzungen mitgebracht hätten. "Wir legen schon Wert darauf, dass wir uns die Kandidaten sehr genau angucken", sagte Keding. Es handele sich um einen sehr sensiblen Bereich, das Land gehe da kein Risiko ein. Bis zu 45 Anwärter könnte das Land pro Jahr einstellen.

Die Ministerin sieht den Justizvollzugsdienst dennoch gestärkt – auch dank Neueinstellungen in anderen Bereichen. Es gebe noch eine ganze Reihe von Berufsgruppen im Justizvollzug, bei denen es nicht direkt um die Arbeit mit den Gefangenen gehe, sondern um die Küche, Bekleidung oder die Krankenstation. Weitere 20 Bewerber seien dafür eingestellt worden. Als großen Vorteil sieht sie auch Konstanz: "Wir stellen kontinuierlich jedes Jahr wieder ein." Bewerber könnten sich so besser darauf einstellen.

Laut Keding gleichen die Neueinstellungen die Zahl der ausscheidenden Kollegen in etwa aus. "Dadurch, dass wir die flankierenden Dienste auch einstellen können, gerade im Bereich der Krankenstation, Küche und des Landesbetriebes für Beschäftigung und Bildung der Gefangenen, wird auch der Allgemeine Justizvollzugsdienst wieder gestärkt." Das habe lange brachgelegen. Alles in allem gibt es rund 1000 Justizvollzugsbedienstete im Land.

2018 hatte das Land eine Kampagne gestartet, um mehr Nachwuchs für die Jobs hinter Gittern zu finden. "Die Kampagne "#BeaJVD – JVA – Job mit Verantwortung und Anspruch"" ist auch auf Dauer angelegt und wird verstetigt. "Wir wissen, dass wir uns anstrengen müssen", sagte Keding. Auch bei der Bezahlung der Anwärter hat das Land schon nachgelegt. Seit August werden für den Allgemeinen Justizvollzugsdienst 30 Prozent höhere Anwärterbezüge gezahlt.