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Frost und Eis Polarwirbel-Spaltung: Trifft Sachsen-Anhalt im Februar eine erneute Kältewelle?

Der Polarwirbel steht aktuell am Rande einer Spaltung. Laut Meteorologen könnten im Februar starker Frost und Schnee nach Sachsen-Anhalt zurückkehren. Wann mit einer zuverlässigen Vorhersage gerechnet werden kann.

Von Tim Müller Aktualisiert: 02.02.2026, 15:18
Der Winter ist noch längst nicht vorbei. Experten rechnen damit, dass im Februar eine extreme Kältewelle kommt.
Der Winter ist noch längst nicht vorbei. Experten rechnen damit, dass im Februar eine extreme Kältewelle kommt. Foto: Nicky Hellfritzsch/Naumburger Tageblatt

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR. - In der vergangenen Woche wirbelte Sturmtief Leonie Ostdeutschland mächtig durcheinander und brachte neben Frost auch Schnee und Glätte.

Anfang Februar sieht die Lage nun nicht besser aus. Der Polarwirbel steht vor einer Spaltung. Meteorologen sprechen von einem echten Wetter-Kipppunkt.

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Polarwirbel-Splitt: Wetter steht am Kipppunkt

Der sogenannte Polarwirbel-Split wird für den 8. Februar erwartet. Dabei handelt es sich zugleich um eine "plötzliche Stratosphärenerwärmung" bei der sich die Windrichtung in der Stratosphäre umkehrt. Solche Ereignisse sind selten und können die großräumige Zirkulation auf der gesamten Nordhalbkugel erheblich durcheinanderbringen.

Ausgelöst wird die Entwicklung durch ein kräftiges Hochdruckgebiet. Das Azorenhoch dehnt sich weit nach Norden aus und sendet einen starken Impuls in höhere Luftschichten. Dieser stößt den Polarwirbel auseinander, teilt ihn in zwei Teile und setzt die Stratosphärenerwärmung in Gang.

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Wetter-Berechnungen schwanken zwischen winterlich und frühlingshaft

Jedoch können bereits kleine Verschiebungen in der Lage des Polarwirbels große Auswirkungen auf die Wetterentwicklung in einzelnen Regionen haben. Entsprechend sprunghaft sind aktuell die Wettermodelle.

Bereits für die kommende Woche wechseln die Berechnungen zwischen winterlichen und frühlingshaften Szenarien. Erst mit den ersten Messdaten der aktuellen Polarwirbel-Störung dürften die Vorhersagen stabiler werden. 

Derzeit sprechen mehrere Indikatoren eher für eine winterliche Entwicklung. Die Arktische Oszillation (AO) ist deutlich negativ, die Nordatlantische Oszillation (NAO) zumindest leicht. Doch auch diese Signale können sich rasch verändern. 

Zweistellige Minuswerte und äußerst kalte Luft durch Eiswinter

Sollten sich die winterlichen Szenarien durchsetzen, können Temperaturen über mehrere Tage unter dem Gefrierpunkt bleiben, in den Nächten sind vielerorts sogar zweistellige Minuswerte möglich. Zudem gibt es eine trockene, äußerst kalte Luft.

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Bereits existierende Schneedecken würden kaum abschmelzen und die Kälte zusätzlich verstärken. Unter solchen Bedingungen stoßen Städte, Verkehrsnetze und Energieversorgung schnell an ihre Belastungsgrenzen, während sich die Wetterlage über Wochen hinweg kaum verändert.

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Starker Frost im Februar: keineswegs eine Ausnahmeerscheinung

Ein Rückblick zeigt, dass extreme Februare keineswegs ungewöhnlich sind. Die Kältewinter der Jahre 1956, 1985 oder 2012 verliefen nach ähnlichen Mustern. Auch damals spielten ein geschwächter Polarwirbel und blockierte Westwetterlagen entscheidende Rollen.

Trotz der deutlichen Warnzeichen raten Meteorologen jedoch zu einer nüchternen Betrachtung. Ein Zusammenbruch des Polarwirbels bedeutet demnach nicht automatisch einen neuen Kälterekord im Februar.

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Bereits kleinste Verschiebungen im Luftstrom könnten darüber entscheiden, ob uns die kalte Luft überhaupt erreicht oder weiter östlich bleibt.

Mehrere Kältewellen sind nicht unwahrscheinlich

Wahrscheinlicher als ein einzelnes Extremereignis ist eine Abfolge mehrerer kräftiger Kältewellen, die sich über Wochen erstrecken und kaum Erholung zulassen.

Sollte der Polarwirbel kippen, drohen im Februar außergewöhnliche Kälte, Schnee und anhaltender Frost. Noch ist die Entwicklung offen, doch die Voraussetzungen sind gegeben. "Die Atmosphäre steht unter Spannung", betonen Wetterforscher.

Für Sachsen-Anhalt heißt das: Der Winter ist längst noch nicht vorbei.