Magdeburg (dpa) l Die Polizei hat in Sachsen-Anhalt binnen einer Woche rund 200 Verstöße gegen die Corona-Beschränkungen festgestellt. In den meisten Fällen verstießen die erwischten Menschen gegen die strengen Kontakt- und Versammlungsbeschränkungen, wie ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage mitteile. In vier von zehn Fällen hielten die Menschen die Ausgehbeschränkungen nicht ein.

Das heißt, sie waren entweder mit mehr als einem Menschen unterwegs, der nicht mit ihnen unter einem Dach lebte, verließen ohne triftigen Grund die Wohnung oder picknickten und grillten auf öffentlichen Plätzen. Das Ministerium wertete die Anzeigen seit dem 2. April aus, als die aktuelle Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Kraft trat. Darin sind erstmals Bußgelder für konkrete Verstöße festgelegt.

Wer gegen die Ausgehbeschränkungen verstößt, muss beispielsweise mit Bußgeldern von 250 Euro pro Person rechnen. Bei schwereren Verstößen, etwa Teilnahme an größeren Menschenansammlungen, sind auch Strafanzeigen möglich.

Jedes dritte Mal wurde gegen das Verbot verstoßen, sich in Gruppen zu treffen oder zu versammeln, wie das Innenministerium weiter mitteilte. In 29 Fällen wurden Menschen angezeigt, weil sie trotz Verbots aus touristischen Gründen durch Sachsen-Anhalt reisten. Meist habe es sich um Gäste aus anderen Bundesländern gehandelt, hieß es weiter. Am seltensten wurden Verstöße gegen Schließungsanordnungen und Hygieneregeln bei Gaststätten und Ladengeschäften festgestellt.

Die meisten Sachsen-Anhalter halten sich jedoch an die Corona-Beschränkungen, wie aus den Zahlen hervorgeht: Die 194 Verstöße wurden bei 39.000 Kontrollen festgestellt, das entspricht einem Anteil von 0,5 Prozent.