Güntersberge l Schock und Entsetzen im Harzgeröder Ortsteil Güntersberge: Ein kaukasischer Schäferhund hat Donnerstagmittag eine 50 Jahre alte Frau angefallen und lebensgefährlich verletzt. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei verbiss sich das Tier wohl in den Unterarmen der Frau, die wegen des massiven Blutverlustes anschließend in Lebensgefahr schwebte. Sie wurde nach der Erstversorgung vor Ort mit einem Hubschrauber in die hallesche Spezialklinik Bergmannstrost geflogen. Über ihren Zustand war am Abend nichts mehr in Erfahrung zu bringen.

Laut Polizei kam es gegen 13.30 Uhr zur Beißattacke, die, entgegen ersten Informationen, wohl nur vor einem kaukasischen Schäferhund ausging. Wieso das Tier zubiss, blieb zunächst unklar, die Ermittlungen liefen noch, so ein Polizeisprecher am Abend auf Anfrage.

Nach Informationen der Volksstimme soll das Tier wohl kürzlich operiert worden sein und daher eine Halskrause getragen haben. Offenbar wollte die Frau diese Halskrause entfernen und löste so wohl die folgenschwere Reaktion des Tieres aus. Ein Nachbar, der das Geschehen mitbekam, soll der Frau zu Hilfe geeilt sein.

Als Polizei, Rettungsdienst und Vertreter des Kreis-Veterinäramtes vor Ort eintrafen, soll sich der Hund vollkommen unauffällig verhalten haben. Das bestätigte Franziska Banse, Sprecherin der Kreisverwaltung, am Abend: „Das Veterinäramt hat den Hund vor Ort in Augenschein genommen, er zeigte keine Auffälligkeiten oder aggressives Verhalten. Auch vorher waren den Behörden keine Auffälligkeiten bekannt.“ Der Hundehalter – dabei handelt es sich nach Informationen der Volksstimme wohl um den Lebensgefährten der Frau – traue sich die Haltung weiterhin zu, so Banse. „Das Veterinäramt und das Ordnungsamt der Stadt Harzgerode haben zugestimmt, dass der Hund erstmal vor Ort beim Halter bleibt.“ Womöglich müsse das Tier wegen des Vorfalls aber zum Wesenstest.

Der Partner der Frau hält in dem Haus zehn Hunde unterschiedlicher Rassen, die teilweise wohl auch aus Tierheimen stammen sollen. Dem Vernehmen nach soll es an den Haltungsbedingungen bislang keinerlei Kritik gegeben haben.