Magdeburg l Die Wachpolizei liegt auch drei Jahre nach ihrer Einführung weit hinter der angestrebten Personalstärke zurück. Dass lediglich 19 von 100 vorgesehenen Stellen besetzt sind, liegt an der geringen Resonanz auf die Stellenausschreibung und der mangelnden Eignung der Bewerber. So sollen Einstiegswillige zwischen 18 und 31 Jahre alt sein, die deutsche oder eine andere EU-Staatsbürgerschaft sowie mindestens Realschulabschluss haben. Unter 1,60 Meter Körpergröße brauchen potenzielle Interessenten erst gar nicht zum Bewerbungsbogen greifen, und wer schon mal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen und vorbestraft ist, ebenso.

Die uniformierten Helfer, die die Landespolizei unterstützen sollen, deren Personalstärke in der laufenden Legislaturperiode mit 5000 Einsatz-Beamten auf einem historischen Tiefstand angekommen ist. Regierungsziel sind 7000. Wachpolizisten sollten eigentlich Polizeibeamte entlasten, zum Beispiel beim Blitzen und beim Begleiten von Großraum- sowie Schwerverkehr, damit Polizisten mehr Präsenz auf den Straßen zeigen können. Eine erfolgreiche Methode, wie das Innenministerium meint.

Dass die Wachpolizei ein totgeborenes Kind ist, sieht das Ministerium nicht. „Das Instrument Wachpolizei war und ist erfolgreich“, heißt es auf eine Volksstimme-Anfrage. Selbst vor dem Hintergrund einer sinkenden Anzahl von Wachpolizisten durch das Ende des zweijährigen Arbeitsverhältnisses oder eine angestrebte Ausbildung beziehungsweise ein Studium an der Polizeifachschule wolle das Ministerium weiter am Ball bleiben und in diesem Jahr erneut 80 Stellen ausschreiben. Das Einstiegs-Brutto liege bei 2200 Euro, nach der Ausbildung bei rund 2600.

Polizeikreise zweifeln allerdings an, dass sich etwas Grundlegendes ändert, denn die zeitliche Befristung schrecke viele ab. Und wer sich für einen Polizeiberuf interessiere, könne sich bei der gegenwärtigen Personalsituation gleich an der Fachhochschule bewerben.