Magdeburg l Der Verfall ist überall sichtbar, der Reparaturstau enorm: 2011 wurde die Polizeidirektion Nord in Magdeburg von der Deutschen Polizeigewerkschaft zum „Schlechtesten Dienstgebäude der Polizei in Deutschland“ gekürt. Am Freitag war offizieller Baustart für die Sanierung des Baukomplexes. Als erstes setzten die Abrissbagger an der Dienstsporthalle an.

Insgesamt will das Land in das Projekt 155 Millionen Euro investieren, im Laufe des Jahres 2024 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Damit ist die Sanierung der PD Nord in den kommenden Jahren eines der größten Hochbauprojekte des Landes. Rund 22.145 Quadratmeter Hauptnutzfläche werden saniert, neben der PD Nord soll auch die Kleiderkammer der Bereitschaftspolizei in Magdeburg Prester erneuert werden.

Dreifache Investitionssumme

Rein rechnerisch investiert das Land damit rund 7000 Euro pro Quadratmeter. Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich somit die Investitionssumme fast verdreifacht. 2011, als die Sanierung der PD Nord beschlossen wurden, ging man von rund 60 Millionen Euro Baukosten aus.

Bis feststand, dass die vorhandenen Dienstgebäude an der Hallischen Straße in Magdeburg saniert werden sollen, gestaltete sich die Standortsuche für die Polizeibehörde als schwierig. Unter anderem wurde das Altstadt-Krankenhaus als möglicher Standort untersucht, dann aber wegen zu hoher Kosten wieder verworfen. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) musste gestern während des Vorort-Termins einräumen, dass die Planungszeit unverhältnismäßig lang gedauert hat. Man habe sich den Verlauf des Projekts auch schneller gewünscht, musste aber feststellen, dass die Planungen für eine Polizeibehörde sehr kompliziert seien.

Während des Umbaus der PD Nord, dazu gehören auch Abriss und Neubau einiger Gebäude, wird die Polizeiarbeit dort weitergehen. Das wird von der Deutschen Polizeiggewerkschaft scharf kritisiert. Es sei zwar gut, dass endlich saniert werde, dass die Kolleginnen und Kollegen jetzt auch noch Baulärm und Staub ertragen müssten, sei nicht zu akzeptieren, sagte Wolfgang Ladebeck, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. Er forderte eine vorübergehende Ausquartierung der rund 1500 Mitarbeiter.

Hier der Kommentar zum Thema.