Poller-Mützen für mehr Sicherheit auf Gehwegen in Magdeburg

Witzig wird es vermutlich aussehen, wenn Poller in Magdeburg zumindest vorübergehend rot-weiße Mützen tragen. Doch der Hintergrund ist ernst.

Von dpa
Eine sehbehinderte Frau geht an einem Sperrpoller vorbei, der mit einer Strickmützen überzogen ist.
Eine sehbehinderte Frau geht an einem Sperrpoller vorbei, der mit einer Strickmützen überzogen ist. Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild

Magdeburg - Mit einer ungewöhnlichen Aktion macht der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt am Montag in Magdeburg auf Unfallgefahren für Sehbehinderte aufmerksam: Er setzt Pollern auf Gehwegen in der Stadt rot-weiß-geringelte Mützen auf. Die Interessenvertretung blinder und sehbehinderter Menschen wolle damit darauf aufmerksam machen, dass eine kontrastreiche Gestaltung von Pollern vor Unfällen schützt, wie der Verband mitteilte.

Unfälle würden häufig passieren, weil Hindernisse sich nicht ausreichend von ihrem Hintergrund abheben. Graue Poller auf Gehwegen würden insbesondere für Menschen mit Seheinschränkung dann zur Gefahr. Poller würden am häufigsten als Hindernis für Kraftfahrzeuge eingesetzt, um Bereiche wie Gehwege und Fußgängerzonen sowie Radwegen abzugrenzen. Ihre oftmals geringe Höhe sowie die fehlende sicht- und ertastbare Kennzeichnung führten dazu, dass sie von blinden und sehbehinderten Fußgängern nicht rechtzeitig wahrgenommen werden könnten. Daraus ergebe sich eine Gefährdung, die nicht selten mit Verletzungen einhergehe.

„Aus diesen Gründen sollten Poller nur verwendet werden, wenn es die Verkehrssicherheit verlangt und keine alternativen Lösungsmöglichkeiten wie beispielsweise Grün- oder Pflanzstreifen bestehen“, fordert der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband. Sei ihre Verwendung unvermeidbar, müssten sie so gestaltet und angeordnet werden, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht.