Halle (dpa) l Zum Auftakt des Prozesses sagte der Angeklagte am Dienstag aus, er habe die Taten begangen, jedoch unter Alkoholeinfluss, und habe Erinnerungslücken. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 31-Jährigen versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor. Am 22. Oktober 2019 habe er seiner Ehefrau vor dem Jugendamt in Halle mit einer Schere aufgelauert, sie gegen den Kopf und Körper getreten.

Die Frau war laut Anklage an diesem Tag aus dem Krankenhaus entlassen worden, nachdem sie von ihrem Ehemann misshandelt und lebensgefährlich verletzt worden war. Das Jugendamt habe die Familie nach Angaben des Verteidigers des Mannes bereits betreut. Das Paar ist seit 2011 verheiratet und hat fünf Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren.

Der 1,80 Meter große und 95 Kilogramm schwere Angeklagte gab an, er habe seine Frau nicht töten wollen. Beim Motiv gehen die Ermittler von Eifersucht aus. Der Prozess soll am 29. April fortgesetzt werden. Das Gericht hat die Ehefrau als Zeugin geladen. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft.