Magdeburg l Am Montag ist der Prozessauftakt gegen einen Drogenboss aus Magdeburg nach gut anderthalb Stunden geendet. Die Anklageverlesung dauerte rund 15 Minuten. Der Prozess richtet sich gegen den 35-jährigen Abd M.. Dieser soll den organisierten Drogenhandel in Magdeburg gesteuert haben und für Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie das Waffengesetz verantwortlich sein. Ein Sprecher des Landgerichtes kündigte bereits im Vorfeld erhöhte Sicherheitsvorkehrungen an. So werden dieses Mal strenge Einlasskontrollen vor dem Prozessstart durchgeführt. Auch Journalisten werden nur mit gültigem Presseausweis hinein gelassen. Im Prozesssaal selber werden zusätzliche Justizbeamte aufgestellt. Die beiden Staatsanwälte wurden nach unter Polizei weggebracht.

Abd M. galt als der Drogenpate von Magdeburg. Der Libanese soll unter anderem aus einer Shisha-Bar heraus Drogen verkauft haben. Im September 2016 soll der Angeklagte trotz eines Waffenbesitzverbotes unter anderem einen geladenen Revolver besessen haben. Im September 2017 habe der Mann laut Anklage zudem in einem Einkaufszentrum in Magdeburg mit einem Schlagwerkzeug einen Mann zusammengeschlagen. Im November 2017 wurden in der Wohnung des Angeklagten auch unerlaubte Stich- und Hiebwaffen vorgefunden.

Anfang diesen Jahres bis März 2019 soll er im großen Stil mit Betäubungsmitteln gehandelt haben. M. wurde am 21. Juni 2019 von Spezialeinsatzkräften in einer Wohnung in der Dr.Grosz-Straße verhaftet. Die Ermittler fanden dort neben mehreren Kilogramm Drogen auch ein Schnellfeuergewehr AK47, einen Revolver und Munition. Ein gefundener Granatwerfer entpuppte sich als Attrape. Der Libanese soll familiär zum Miri-Clan gehören. Ermittler sprachen auch von Kontakten zum Abou-Chaker-Clan, einer der mächtigsten Großfamilien in Berlin.