Magdeburg l Weil ein 22-jähriger Hamburger in einer Magdeburger Straßenbahn Zivilcourage gezeigt hat und bei einer Sachbeschädigung am 10. August 2019 einschritt, bezahlte er das damals beinahe mit dem Leben. Zu diesem Schluss kommt die Staatsanwaltschaft und erhob jetzt Anklage am Magdeburger Landgericht gegen einen 17- und 18-jährigen Jugendlichen wegen versuchten Totschlags. Der Prozess soll am 29. Januar, um 9.30 Uhr, beginnen.

Die Angeklagten sollen nach Angaben von Landgerichtssprecher Christian Löffler das Opfer fast totgetreten haben, „weil sie verärgert darüber waren, dass sich der Fahrgast eingemischt haben soll“. Die Jugendlichen – in Begleitung von zwei Mädchen – randalierten in der Bahn, begannen damit ein Sitzpolster aus der Verankerung zu reißen. Als der junge Mann sie daraufhin ansprach, schlugen und traten sie mehrfach gegen seinen Kopf.

Der 22-Jährige erlitt bei der Attacke nach Volksstimme-Informationen neben mehreren Hautabschürfungen auch mehrere Frakturen am Kopf unter anderem an der Augenhöhle und Schädelbasis. Die Verletzungen wurden damals von den Ärzten als lebensgefährlich eingestuft. Während der Schlägerei wurde der Fahrer auf den Tumult in der Bahn aufmerksam.

Er betätigte den Notruf und stoppte die Bahn am Damaschkeplatz. Dort soll das Opfer noch auf die Straße geflüchtet sein, wo es weitere Schläge gegeben haben soll. Als die Polizei eintraf, waren die Jugendlichen bereits weg. Sie stellten sich in Begleitung der Eltern einen Tag später bei der Polizei und befinden sich seither in Untersuchungshaft. Beide sollen bereits wegen gefährlicher Körperverletzung bekannt gewesen sein.