Weidewirtschaft

Den Wolf zum Abschuss freigeben?

Von Johannes Vetter
25 Wolfsterritorien gibt es in Sachsen-Anhalt.
25 Wolfsterritorien gibt es in Sachsen-Anhalt. Foto: dpa

Magdeburg

Der Wolf breitet sich aus in Sachsen-Anhalt. Mehr als 150 Tier leben laut aktuellem Wolfsmonitoring im Land und seinen Grenzregionen. Vor drei Jahren waren es noch weniger als Hundert. Gleichzeitig steigt die Zahl gerissener Schafe und Ziegen deutlich an. Zuletzt verzeichnete das Land in einem Jahr 385 tote Nutztiere, bei denen der Wolf als Verursacher bestätigt oder nicht ausgeschlossen wurde. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

Eine Entwicklung, die dem Bauernverband Sorgen bereitet. Bei einer Online-Debatte am 5. Mai 2021 wollte der Verband von Agrarpolitikern wissen, wie sie sich die Zukunft der Weidewirtschaft mit dem Wolf vorstellen. Das Ergebnis: Uneinigkeit.

Abschuss von Problemwölfen in Sachsen-Anhalt gefordert

CDU, AfD, FDP und die Freie Wähler plädieren dafür, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. „Wir haben eine stabile Population“, betonte der scheidende CDU-Landtagspolitiker Bernhard Daldrup. Eine „Entnahme“ von Wölfen müsse in Erwägung gezogen werden, sagte der Agrarpolitiker. Laut Georg Scheuerle von den Freien Wählern ist die Population bereits „über das Ziel hinausgeschossen“. Er forderte eine „deutliche Regulierung“.

Hingegen betonen SPD, Grüne und Linke den Schutzstatus des Wolfes. Nur sogenannte Problemwölfe, die den Herdenschutz immer wieder überwinden und Weidetiere angreifen, sollten abgeschossen werden. „Das sollte aber letztes Mittel sein“, betonte Kerstin Eisenreich, Agrarpolitikerin der Linken.