Wirtschaft

Enercon: 2000 Jobs bleiben in Magdeburg

Arbeitsplatzabbau nach Verlust von 1500 Stellen beendet - Windrad-Riese Enercon sieht sich nach der Krise wieder leicht im Aufwind. Magdeburg bleibt zusammen mit Aurich als großer Standort erhalten, versichert Firmenchef Janssen.

Von Jens Schmidt
Das markante Verwaltungsgebäude von Enercon in Magdeburg.
Das markante Verwaltungsgebäude von Enercon in Magdeburg. dpa

Magdeburg. Der Windanlagenhersteller Enercon war 2019 mit 800 Millionen Euro Verlust in eine schwere Krise gerauscht. Zulieferer schlossen, gut 3000 Beschäftigte verloren ihre Jobs, darunter 1500 in Magdeburg. Die Firmenleitung hüllte sich jahrelang in Schweigen.

Der neue Enercon-Chef Momme Janssen bekennt sich nun erstmals öffentlich gegenüber der Volksstimme zum Standort Magdeburg. „Die Schließungswelle ist im Wesentlichen abgeschlossen“, sagte er. „Jetzt haben wir in Magdeburg noch etwa 2000 Arbeitsplätze. Die wollen wir auch halten.“

Zentrum für Generatorenbau

Enercon will in Magdeburg-Rothensee den Generatorenbau konzentrieren. Künftig soll hier das technische Herzstück aller Enercon-Räder produziert werden. Dazu werden bis Ende 2022 kleine Firmen in die Enercon-Gruppe integriert.

Schwieriger sieht es für Zulieferer wie Sket, MAM oder SAM im Süden Magdeburgs aus. Diese Firmen will Enercon nicht übernehmen. Zwar gibt es weiter Aufträge von Enercon, jedoch nicht mehr im früheren Umfang.

Deshalb müssten sie sich um Aufträge von Dritten kümmern, sagte Janssen. Dies scheint inzwischen besser zu gelingen. Thomas Waldheim von der IG Metall bestätigte: „Die Lage hat sich derzeit stabilisiert.“ Noch 2020 standen Hunderte Jobs bei den Zulieferern auf der Kippe.

Wettbewerb härter geworden

Janssen begründete den Firmenumbau mit dem härter gewordenen Wettbewerb. Enercon und seine Zulieferer hatten 20 Jahre lang fast alles selbst hergestellt. „Das können wir heute nicht mehr durchhalten“, sagte er. Künftig gilt: Komponenten mit hohem Facharbeiter-Anteil produziert Enercon in Deutschland, Rotorblätter und Türme werden aus dem Ausland zugeliefert.

2018 war der Windanlagen-Aufbau in Deutschland um die Hälfte und in Sachsen-Anhalt sogar um gut 90 Prozent zurückgegangen. Obgleich sich die Lage besserte, verzögern Auflagen, Proteste und Klagen den Zubau.

Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) will, dass die Größe der Windvorrang-Flächen im Land verdoppelt wird. Sie hält auch Wirtschaftswälder für geeignet. Zudem fordert sie, Bürger besser an Erträgen zu beteiligen.