Hochsaison auf Fischerhof

Marmorkarpfen aus den Mansfelder Seen

Höhnstedt (dapd). Die einhundertste Tonne an Spiegelkarpfen seit 2002 ist jetzt in den Mansfelder Seen bei Höhnstedt (Saalekreis) gefischt worden. Vor acht Jahren hatte Fischer Ulrich Kulawik den Fischerhof am Kernersee gekauft und in den vergangenen Jahren ausgebaut. Die Fischerei an den Mansfelder Seen betreibt Kulawik mit seiner Frau und neun Kollegen.

Der 53-Jährige ist einer von knapp 20 Berufsfischern in Sachsen-Anhalt. "Das gegenwärtige Wetter mit Schnee und Eis macht uns keine Sorgen", sagt der Ingenieur für Binnenfischerei in Höhnstedt. Allerdings blieben wegen der widrigen Straßenverhältnisse zurzeit die Kunden aus.

Auf dem Kernersee hatte sich in den vergangenen Tagen bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius eine zwei Zentimeter dicke Eisdecke gebildet. In den sogenannten Hälternetzen, die am Tage mehrfach vom Eis befreit werden, tummeln sich nicht nur Karpfen, deren Gewicht von 1,5 Kilogramm bis zu knapp 40 Kilogramm reicht, sondern beispielsweise auch Aal, Stör und Zander.

Mit einem langen Kescher schiebt Benjamin Fischer das Eis auf einem der mehr als 20 Hälterbecken zur Seite. "An die eiskalten Hände gewöhnt man sich", sagt der Geselle, der ein Prachtexemplar aus dem Becken holen will. Gemeinsam mit Ulrich Kulawik zieht er an dem Netz des drei Meter tiefen Beckens, in dem sich zahlreiche Marmorkarpfen mit einem Gesamtgewicht von etwa einer halben Tonne tummeln. Schließlich greift er sich einen Fisch und zieht ihn an Land. "Der bringt so seine 35 bis 40 Kilogramm auf die Waage".