Magdeburg l Auch die Polizei und Justiz bereiten sich aktuell auf eine Verschärfung der Corona-Krise vor. So schafft sich das Justizministerium nach Angaben seines Sprechers Detlef Thiel kontaktlose Fieberthermometer an, die vor allem für den Besucherverkehr im Eingangsbereich der Justizvollzugsanstalten eingesetzt werden sollen. Ansonsten sei das Personal auf die aktuelle Lage sensibilisiert worden. So war ein Häftling in Halle, der wegen seiner Symptome auffiel, vorsorglich isoliert in ein Krankenhaus gebracht worden. Bei ihm stellte sich aber eine normale Grippe heraus. In einem anderen Fall wurde eine Besucherin der JVA Burg wieder nach Hause geschickt, weil sie angab, dass es in ihrer Familie einen Italien-Rückkehrer gab.

Auch die Polizei hat inzwischen ihre Funkwagenbesatzungen entsprechend ausgerüstet. „Wir haben pro Fahrzeug zwei spezielle Mundschutzmasken und auf dem Wagen auch Desinfektionsmittel“, erklärt Olaf Sendel der Landes­chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPOLG). Einweghandschuhe gehörten ohnehin schon immer zur Ausrüstung. Falls die Schutzmasken im Verdachtsfall benutzt werden müssten, gebe es in den Leitstellen der Reviere neue. Für den Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Uwe Bachmann, „kommen einige Vorbereitungen spät“. Er sagt: „Es wurde im Vorfeld nicht ausreichend vorgesorgt, sondern nur auf die Situation reagiert.“ Man habe zwar schon immer Notfallpläne, sie werden aber erst jetzt speziell auf die Pandemie abgestimmt.

Das Land hatte bereits am Dienstag angekündigt, Schutz­ausrüstung für Einsatzkräfte im großen Stil anzuschaffen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Es gehe um Schutzkleidung für Polizei, Feuerwehr und Katastrophenhelfer. Vier Millionen Euro stehen dieses und nächstes Jahr dafür bereit. Laut Innenministerium ist aktuell noch kein Mitarbeiter der Landespolizei unter Quarantäne gestellt.