Invasive Arten Sachsen-Anhalt will Hilfe bei Eindämmung
Marderhund und Waschbär sind Landesgrenzen egal. Sachsen-Anhalt fordert finanzielle Hilfe für die Eindämmung der invasien Arten.
Magdeburg (dpa) l Waschbären gelten als Plage, der Riesenbärenklau ist eine giftige Gefahr für den Menschen: Eingeschleppte Tiere und Pflanzen sollen in ganz Europa künftig genau überwacht und gezielt eingedämmt werden. Im Kampf gegen diese sogenannten invasiven Arten fordert Sachsen-Anhalt eine finanzielle Beteiligung des Bundes. Einen Antrag mit dieser Forderung bringt das Land zusammen mit Hessen bei der Umweltministerkonferenz ein, die am Mittwoch in Potsdam beginnt. Das sagte eine Sprecherin des Landesumweltministeriums in Magdeburg. Da auf alle Länder wegen neuer Managementpläne künftig hohe Kosten zukämen, gehe man von breiter Zustimmung der anderen Länder aus.
Der Landesjagdverband begrüßte die Pläne für eine stärkere Vernetzung und den verstärkten Kampf gegen die invasiven Arten. "Wir sind froh, dass der Gesetzgeber der Entwicklung endlich Rechnung trägt. Das war aber nicht gerade ein Schnellschuss", sagte Geschäftsführer Wilko Florstedt. Gerade der Waschbär breite sich in Sachsen-Anhalt, Hessen und Brandenburg seit den 1990er Jahren explosionsartig aus.
Dabei räuberten die Tiere gerade im Frühjahr die Gelege von Wasservögeln und sorgten gerade bei seltenen Arten für bedrohliche Rückgänge, so Florstedt. Hier sei die Frage, ob die Managementpläne nicht schon zu spät kämen. Andere Arten, wie der Marderhund, könnten hingegen künftig gut eingedämmt werden.
Hintergrund des Vorstoßes zur Umweltministerkonferenz sind seit Jahren laufende Bestrebungen der Europäischen Union, invasive Arten stärker zu überwachen und einzudämmen. Im Fokus stehen all jene Arten, die ursprünglich nicht in Europa heimisch waren, hier oft keine natürlichen Feinde haben und das heimische Ökosystem stören oder für den Menschen gefährlich sind. Die bis zu drei Meter hohe Staude des Riesenbärenklau gilt zum Beispiel als krebserregend und sorgt bei Hautkontakt für starke Hautreizungen und Verbrennungen.
Bisher bestehe noch keine zentrale Erfassung für die invasiven Arten der Unionsliste, teilte das Umweltministerium mit. Mit dem geplanten Management der Populationen und Vorkommen kämen auf die Länder zusätzliche Aufgaben und damit auch Kosten zu. Bekämpfungsmaßnahmen müssten entwickelt, koordiniert und umgesetzt, der Erfolg der Pläne überprüft werden. Dafür sei zusätzliches Personal ebenso nötig wie Fanggeräte und Technik. An diesen höheren Kosten muss sich der Bund beteiligen, begründete das Ministerium seinen Vorstoß.